HINWEIS*

 

Das Aus- und vor allem Weiterbildungsangebot in Deutschland ist mit aktuell 424 staatlich anerkannte Hochschulen und rund 25.0000 Anbieter von diversen beruflichen und freizeitorientierten Weiterbildungen fast unüberschaubar riesig. Die Wahl des passenden Studiums lässt sich durch die Art des Bildungsinstituts, die Fächerwahl, Unterrichtsform und den Standort erheblich eingrenzen. Der Weiterbildungsmarkt hingegen kann wie ein undurchdringlicher Dschungel erscheinen, was manche Lernwillige abschreckt. Für alle, die sich außerbetrieblich weiterbilden, Abschlüsse nachholen oder studieren wollen, gibt es hier einen Überblick über staatlich anerkannte, empfehlenswerte Anbieter von Erwachsenenbildung. Zusammen mit Tipps und Ratschlägen dient dieser Artikel als Leitfaden bei der Wahl der passenden Hochschule oder Fortbildung.

Hochschulen in Deutschland

bildung-heise-anbieterverzeichnisIn Deutschland gibt es verschiedene Wege, ein Studium zu absolvieren. Zur Auswahl stehen Universitäten die an der Forschung orientiert sind, Fachhochschulen mit mehr Praxisbezug sowie duale Studienmodelle. Die Mehrheit dieser Bildungsträger sind staatlich finanziert oder, im Falle der theologischen Hochschulen, kirchlich. Lediglich bei gut einem Viertel handelt es sich um private Institutionen. Dies verrechnen für gewöhnlich höhere Studiengebühren, dafür profitieren Studierende von modernem Equipment sowie kleineren Studiengruppen.

Des Weiteren lassen sich die Studiengänge nach der Unterrichtsform differenzieren. Neben dem klassischen Vollzeit-Präsenzunterricht gibt es berufsbegleitende Formen mit Abend-, Wochenend- oder Blockveranstaltungen sowie Fernunterricht.


Universitäten

An Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen liegt die wissenschaftliche Forschung im Fokus. Durchaus auch mit dem Ziel, Wissenschaftler auszubilden, wobei die meisten Studiengänge für einen anwendungsorientierten Beruf ausbilden. Erste Berufserfahrungen sammeln Studierenden in Praktika, die teilweise verpflichtend sind. Das Angebot an Fächern ist deutlich breiter als an Fachhochschulen, manche Anbieter konzentrieren sich allerdings auf ein bestimmtes Fachgebiet. Gewisse Studiengänge, wie beispielsweise Medizin oder Recht, lassen sich ausschließlich an Universitäten studieren. Darüber hinaus liegt das Promotionsrecht allein bei ihnen.

Gemäß dem Times Higher Education World University Ranking 2020 gehören folgende zu den besten Unis des Landes:

  1. Ludwig-Maximilians-Universität München, die größte Präsenzuni Deutschlands, bietet an vier Standorten in Bayern ein breites Fächerangebot in insgesamt 18 Fakultäten, darunter einige Studiengänge, die sich ausschließlich hier studieren lassen.
  2. Die Technische Universität München (TUM) ist die einzige ihrer Art in Bayern. Der Name täuscht, denn die 15 Fakultäten an 15 Standorten umfassen weitaus mehr als nur technische Fächer.
  3. Die Universität Heidelberg gehört zu den ältesten des Landes. Zur Auswahl stehen zwölf Fakultäten mit Schwerpunkt in den Geistes- und Naturwissenschaften.
  4. Humboldt-Universität zu Berlin gehört zu den renommiertesten weltweit. Seit 2003 ist sie mit der Charité Universitätsmedizin und der Freien Universität Berlin vereint, die ebenfalls in den Top Ten dieses Rankings vermerkt sind. Mit insgesamt 21 Fachbereichen ist das Studienangebot äußerst vielfältig.
  5. Die Universität Freiburg bietet in elf Fakultäten hauptsächlich geistes- und naturwissenschaftliche Fächer
  6. Die Universität Tübingen eröffnete als eine der ersten Europas ihre Vorlesungssäle und genießt vor allem in den Fachbereichen Theologie, Medizin, Jura, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein hohes Ansehen. Die Studentenstadt hat außerhalb der Uni ebenfalls viel zu bieten.
  7. RWTH Aachen ist die größte technische Universität Deutschlands. Sie gliedert sich in neun Fakultäten, unter denen sich auch geistes- und wirtschaftswissenschaftliche Fächer Die Stadt genießt ebenfalls ein spannendes Studentenleben.
  8. An der renommierten Universität Bonn lässt sich an sieben Fakultäten eine vielfältige Auswahl an Studiengängen belegen.

Wer sich für ein Informatik-Studium oder Naturwissenschaften interessiert, ist in an der RWTH Aachen, der TU Berlin sowie der TU München gut aufgehoben. Für Maschinenbau, Ingenieurwesen und Architektur kommen dieselben drei infrage sowie das KIT Karlsruhe. Für den beliebten Studiengang BWL scheiden die Unis in Mannheim, München und Köln am besten ab, ferner die School of Finance and Management in Frankfurt.

Angehende Juristen genießen neben München und Tübingen auch an den Unis in Heidelberg und Bayreuth eine hervorragende Ausbildung. Das Medizinstudium der RWTH Aachen, Alanus HS, der TU Berlin und der Uni Münster ist ebenfalls hoch angesehen. Für Psychologie ist die Universität Witte/Herdecke empfehlenswert sowie die Otto-Friedrichs-Universität in Bamberg und die Uni Osnabrück.


Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Wer Nähe zur Praxis sucht, ist mit einem Studium an einer Fachhochschule gut beraten. Das Fächerspektrum ist hier weniger umfangreich, oft handelt es sich um Studiengänge im Bereich Technik, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Sozialwissenschaften. Hinzu kommen Fachhochschulen für die öffentliche Verwaltung, die Beamten für den gehobenen Dienst ausbilden. Ein klarer Vorteil dieser Bildungsinstitutionen sind die kleineren Lerngruppen, da dies eine persönlichere Betreuung ermöglicht. Allerdings herrschen bei der Gestaltung des Stundenplans kaum Freiheiten.

Gemäß einer Umfrage der Wirtschaftswoche sind folgende Fachhochschulen besonders beliebt:


Duale Hochschulen

Duale Studiengänge setzen sich aus einer praktischen Ausbildung in einem Unternehmen und ergänzendem theoretischen Unterricht zusammen. Die effektive Ausgestaltung variiert je nach Bundesland, grundsätzlich lässt sich aber zwischen zwei Modellen unterscheiden. Das ausbildungsintegrierte Studium bildet in einem Lehrberuf aus und schließt entsprechend mit einem Gesellenbrief oder ähnlichem Titel ab. In diesem Kapitel ist allerdings vom praxisintegrierten Studium die Rede, das mit einem Bachelor oder Master abschließt.

Beliebte duale Hochschulen sind:

  • Die ADG Business School legt ihren Fokus auf Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Die Fakultäten befinden sich in Montabaur, Berlin, Stuttgart, Hannover, München und Dortmund.
  • Das Angebot der AKAD University richtet sich an Studierende, die sich für ein duales Fernstudium Zur Auswahl stehen die Bachelorprogramme Data Science, Digital Engineering und angewandte Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, BWL, Informatik und Software Engineering.
  • An der DAA Wirtschaftsakademie in Düsseldorf und Essen dreht sich alles um BWL.
  • Die IUBH führt an 21 Standorten in Deutschland sowie im Fernunterricht ein äußerst vielfältiges duales Studienprogramm.
  • Die Mannheim DHBW bietet ein sehr breites Studienangebot in den Bereichen Technik, Gesundheit und Wirtschaft.
  • Die Rheinische Fachhochschule Köln führt duale Studiengänge in den Bereichen Informatik und Wirtschaft.

Fernhochschulen

uni-fakultaetStaatliche Hochschulen bieten neben dem Präsenzunterricht für Bachelor- sowie Masterabschlüsse zunehmend berufsbegleitende Fernstudiengänge an. Zudem entstehen immer mehr private Fernhochschulen. Bei dieser besonders flexiblen Unterrichtsform lernen Studierende wo und wann sie wollen. Alle benötigten Materialien erhalten sie per Post oder online. Manchmal finden ergänzend zu den Webinaren Präsenzveranstaltungen statt und für Prüfungen kann die Anwesenheit ebenfalls erforderlich sein.

Bei diversen Rankings schneiden folgende Fernhochschulen wiederholt gut ab. Die Angaben beziehen sich grob auf die angebotenen Fachbereiche:


Berufsbegleitendes Präsenzstudium

Obwohl ein Fernstudium die flexiblere Variante ist, ziehen viele Berufstätige Präsenzunterricht vor. Hier lässt es sich im Dialog mit anderen lernen statt allein vor dem Computer, überdies es ist weniger Eigenorganisation und Selbstverantwortung gefragt. Viele der regulären aber auch Fernhochschulen ermöglichen es daher den Bachelor, Master oder die Promotion nebenberuflich zu absolvieren. Die Gestaltung des Unterrichts hängt vom Anbieter ab, in der Regel handelt es sich um Abend-, Wochenend- oder Blockveranstaltungen. Masterprogramme sind übrigens häufig ohnehin berufsbegleitend gestaltet.

Die folgenden Anbieter von Teilzeitstudiengängen sind besonders beliebt. Die Angaben beziehen sich auf die Standorte sowie grob auf das Fächerangebot.


Weiterbildung

qualitativ-lernenDas Weiterbildungsangebot in Deutschland ist riesig, wobei Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg die Nase vorn haben. Bei rund 56 Prozent handelt es sich dabei um berufliche Weiter- oder Fortbildung, die hauptsächlich von privaten Instituten angeboten wird.

Volkshochschulen, Vereine, Verbände sowie die Wirtschaft offerieren ebenfalls ein vielseitiges Kursprogramm.

Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Lehrgänge in drei Kategorien einteilen: betriebliche Weiterbildung, individuelle berufsbezogene Weiterbildung sowie nicht berufsbezogene Weiterbildung.

Je nach Institut findet der Unterricht berufsbegleitend oder vollzeitlich statt, außerdem gewinnen Fernlehrgänge dank ihrer hohen Flexibilität zunehmend an Beliebtheit.

Berufsbezogene Weiterbildung

Viele Arbeitnehmer entscheiden sich, wieder die Schulbank zu drücken, um ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern. Sei es, um im Beruf mehr Verantwortung zu übernehmen, aufzusteigen oder den Lohn zu verbessern. Andere lassen damit die Arbeitslosigkeit hinter sich oder wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Umschulungen zur beruflichen Neuorientierung sind ebenfalls häufig. Bei der Auswahl des Lehrgangs ist es wichtig, auf die staatliche Anerkennung zu achten. Vor allem, wenn es darum geht, einen öffentlich-rechtlich anerkannten Abschluss zu erwerben.

Bei einer Umfrage von Focus Business schlossen folgende Weiterbildungsanbieter besonders gut ab:

  • ILS Institut für Lernsysteme: breites Angebot in allen Lehrbereichen, nur Fernkurse.
  • SGD Studiengemeinschaft Darmstadt: Ebenfalls eine Fernschule mit einem sehr vielfältigen Angebot.
  • PFH Private Hochschule Göttingen: Fernkurse sowie Seminare vor Ort in Göttingen und Stade für Management, Psychologie, Wirtschaft, Finanzen, Recht, Marketing, Vertrieb, Technik.
  • Fernakademie für Erwachsenenbildung: Fernlehrgänge im Bereich Wirtschaft, Management, Allgemeinbildung, Medien, Gesundheit, Technik und IT.
  • Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft: Zertifikatskurse im Fernlehrgang oder vor Ort in Bremen im Bereich Gesundheit und Prävention, Management, Wirtschaft und Technik, Psychologie, Kommunikation und Persönlichkeit sowie Soziales.
  • AKAD: Fernschule mit vielfältigem Weiterbildungsprogramm in den Bereichen Digitalisierung, Wirtschaft, Management, Technik, Informatik sowie Sprachen
  • IBB Institut für berufliche Bildung: Über vierhundert Standorte in ganz Deutschland sowie Inhouse- und Fernkurse in allen beruflichen Bereichen.
  • Akademie für Sport und Gesundheit: Berufsbegleitende Präsenz- sowie Fernlehrgänge in ganz Deutschland. Der Name ist Programm.
  • Management Circle: Seminare an verschiedenen Standorten sowie Inhouse oder als Fernkurs in den Bereichen Verwaltung und Kaufmännisches, Finanzen, Marketing, Vertrieb, Immobilien, Versicherungen, Kommunikation und Umwelt.
  • WBS Training: Sehr breites Angebot an Onlinekursen in allen Fachbereichen.
  • Comcave College: Präsenzunterricht an Standorten in ganz Deutschland oder Fernkurse in den Bereichen Verwaltung und Kaufmännisches, Marketing und Vertrieb, Technik, Informatik, Trainer, Gesundheit und Soziales.
  • IFM Institut für Managementlehre: berufsbegleitende Weiterbildung mit zum/zur Fachwirt/in, Betriebswirt/in und Meister/in. 18 Standorte in Deutschland.
  • Haufe Akademie: Fern- und Präsenzlehrgänge in ganz Deutschland in den Bereichen Verwaltung und Kaufmännisches, Finanzen, Recht, Steuern, Marketing, Vertrieb, Logistik, IT, Gesundheit, Soziales und öffentlicher Dienst.
  • Steuer-Fachschule Dr. Endriss: Weiterbildungen in Rechnungswesen, Controlling, BWL und Steuerrecht. Die Seminare finden deutschlandweit an verschiedenen Standorten statt, Inhouse sowie als Fernkurse.

Private Weiterbildung für Freizeit und Hobby

Arbeit ist nur das halbe Leben! Daher ist das Angebot an freizeitlichen Bildungsmöglichkeiten mindestens so vielfältig wie die berufliche Weiterbildung. Lust, Spanisch zu lernen? Oder wie wäre es mit Koch-, Mal- und Töpferkursen, Gartengestaltung oder sogar persönliches Training – um einige Beispiele zu nennen. Die bereits genannten privaten Institute AKAD, ILS, SGD sowie die Fernakademie für Erwachsenenbildung bieten eine Vielzahl von Freizeitkursen an. Hinzu kommen unzählige lokale Anbieter sowie Volkshochschulen, Vereine und Verbände.


Fazit zum Anbieterverzeichnis

erfolg-bildungDer Bildungsmarkt in Deutschland ist äußerst vielfältig. Bei der Auswahl des passenden Anbieters gilt es sich daher zunächst über die eigenen Prioritäten im Klaren zu sein. Bin ich bereit, für ein Studium in eine andere Stadt zu ziehen oder für eine Aufstiegsfortbildung Urlaub zu nehmen? Lerne ich lieber allein oder in der Gruppe?

Ist mir Anonymität wichtig oder persönliche Betreuung? Bei Unsicherheiten helfen Studienberatungen weiter, die es übrigens an jeder Hochschule gibt.

Anbieter von Weiterbildungen stellen für gewöhnlich unverbindlich kostenloses Informationsmaterial zur Verfügung und sind bei Fragen telefonisch erreichbar. Wichtig ist, sich ausreichend zu informieren. Denn egal, ob Studium, berufliche Weiterbildung oder Freizeitkurse, dank unterschiedlichen Unterrichtsformen gibt für jeden das maßgeschneiderte Angebot!

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