HINWEIS*

Rund ein Drittel der deutschen Studierenden brechen ihr Studium ab. Hätten sie eine der vielen Beratungsstellen in Anspruch genommen, ließe sich das vielleicht vermeiden. Denn rund ums Studium gilt, wer weiß wo er nachfragen kann, dem wird geholfen. Dabei geht das Beratungsangebot weit über die bekannte Studienberatung hinaus. Von der Studienwahl über Unterstützung bei finanziellen oder persönlichen Problemen bis hin zur Hilfestellung beim Eintritt ins Berufsleben, das Angebot an Beratungs- und Auskunftsstellen für Studierende und die, die es werden wollen, ist riesig. Für Studieninteressierte, Abiturienten, Studierende, Studienabbrecher, Berufstätige mit Studienwunsch oder Eltern gibt es im Folgenden eine Übersicht über die verschiedenen Anlaufstellen, an wen sie sich richten und bei welchen Fragen sie Unterstützung bieten.

Welche Anlaufstellen gibt es?

beratungsstelle-studium-anlaufstellenWenn es um Auskünfte und Orientierung rund ums Studium geht, sind die ersten drei Anlaufstellen die Arbeitsagenturen, die zentralen Studienberatungsstellen der Hochschulen sowie private Beratungsunternehmen. Bei konkreten Fragen zu einem Studiengang unterstützen die Studienfachberatungen der Hochschulen. Kontaktinformationen dazu finden sich auf der Homepage der jeweiligen Universität oder Fachhochschule. Auf unserer Seite gibt es ein umfassendes Verzeichnis mit den verschiedenen öffentlichen sowie privaten Beratungsstellen in jedem Bundesland.

Das Beratungsangebot für Studierende reicht viel weiter und ist meistens kostenlos. Verschiedene Stellen unterstützen sie in wirklich allen Belangen. Sei es, um Kind und Studium unter einen Hut zu bringen, bei Schwierigkeiten mit der Studienfinanzierung oder bei Prüfungsangst. Wer unsicher ist, welche Anlaufstelle die Richtige ist, wendet sich am besten an die zentrale Studienberatungsstelle oder die Studentenwerke der Hochschulen. Wo diese nicht weiterhelfen können, vermitteln sie an die entsprechenden Ansprechpersonen.


Studienberatungsstellen

Das Angebot an Studienberatungs- und Auskunftsstellen in Deutschland ist äußerst vielfältig. Vor allem seit der Bologna-Reform, die noch mehr Studienmöglichkeiten mit sich brachte. Die Beratungsstellen nehmen die Entscheidung für oder gegen ein Studium sowie für einen bestimmten Studiengang nicht ab. Vielmehr schaffen die Experten Klarheit, indem sie ihren Klienten helfen, sich besser kennenzulernen und so den für sie passenden Weg zu finden. Sie stellen Informationen zur Verfügung, beantworten Fragen und geben Denkanstöße.


Keine Angst vor falschen Entscheidungen!

studienberatung-entscheidungen-treffenIn diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass Entscheidungen längst nicht mehr in Stein gemeißelt sind. Vor allem Abiturienten fühlen sich manchmal überfordert damit, eine Wahl zu treffen, die ihr ganzes Leben beeinflusst. Doch heute gibt es weitaus mehr Möglichkeiten als früher und Neuorientierungen sind nicht nur realisierbar, sondern vor allem keine Seltenheit.

Studiengänge lassen sich wechseln. Viele entscheiden sich erst nach abgeschlossener Berufsausbildung zu einem Studium und manche merken erst mittendrin, dass sie den Anforderungen nicht gewachsen sind oder sich lieber anderweitig ausbilden. Alles kein Weltuntergang, im schlimmsten Fall ein paar Monate verlorene Zeit. Einige arbeiten später auf einem ganz anderen Gebiet als ihr Studiengang – was zählt, ist der akademische Abschluss. Hinzu kommen Möglichkeiten wie berufsbegleitend studieren oder ein Fernstudium.

Es kann hilfreich sein, ein Jahr Pause einzulegen, um sich in Ruhe zu überlegen, was man vom Leben erwartet. Dieses sogenannte Gap-Year lässt sich sinnvoll nutzen. Beispielsweise erlauben es Praktika, einen ersten Einblick in die Interessensgebiete zu erhalten. Viele Hochschulen organisieren ein Schnupperstudium sowie Informationsveranstaltungen, die demselben Zweck dienen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Auslandsjahr, um die Sprachkenntnisse zu verbessern. Oder wieso nicht eine Weile jobben und die Angebote der Studienberatungsstellen nutzen?


Wie gehe ich am besten vor?

Wer noch keine Ahnung hat, in welche Richtung es gehen soll, überlegt sich zunächst, wo die eigenen Interessen, Stärken und Talente liegen. Welche Schulfächer fielen besonders leicht oder interessierten am meisten? Freunde und Familie um Rat zu fragen, ist ebenfalls hilfreich. Sie wissen manchmal besser als wir, wo unsere Stärken und Schwächen liegen.

Das Internet quillt über vor Informationen. Auf unserer Seite gibt es beispielsweise zahlreiche Beschreibungen zu verschiedenen Studiengängen, Fernkurse sowie Berufsausbildungen. Jährlich finden in ganz Deutschland Studienmessen statt. Es lohnt sich, diese mindestens ein Jahr vor dem Abitur zu besuchen! Ein Studienwahltest kann ebenfalls eine erste Orientierung sein, mit einer professionellen Beratung ist er leider nicht gleichzusetzen.

Es ist ratsam, sich vor dem Besuch der Studienberatung einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zu verschaffen. Mit einer gewissen Vorstellung über die eigenen Interessen kann der oder die Berater/in mit relevanten Auskünften weiterhelfen. Wer es übrigens gar nicht erwarten kann, die Schulbank endlich zu verlassen, ist mit einem Studium vermutlich schlecht beraten. Denn Grundvoraussetzung für eine akademische Ausbildung ist: Lernen bereitet Freude!


Bundesagentur für Arbeit

studium-beratung-bundesagentur-fuer-arbeitArbeitsagenturen unterstützen, wenn es um die Berufs- oder Studienwahl geht. Dafür haben sie an den großen Hochschulstandorten speziell ausgebildete Teams. Natürlich steht hier der Bezug zur Arbeitswelt im Mittelpunkt. Das Angebot richtet sich an Abiturienten, Studierende, die einen Studienabbruch oder -wechsel ins Auge fassen, sowie Berufstätige, die sich für ein Studium interessieren. Ein wichtiger Unterschied zu anderen Anlaufstellen ist, dass die Experten hier ebenfalls Eltern von (angehenden) Studierenden beraten.

Mit persönlichen Beratungsgesprächen, Eignungs- und Studienwahltests sowie umfassenden Informationsmöglichkeiten vor Ort und online bieten sie eine hervorragende richtungsweisende Beratung. Entsprechend sind die Arbeitsagenturen die richtige Adresse für alle, die sich erst noch für oder gegen ein Studium entscheiden müssen oder Unterstützung bei der Studienwahl benötigen. Die Bundesagentur für Arbeit informiert zudem über Zulassungsbedingungen sowie die Möglichkeiten eines Studiums ohne Abitur. Studierende im letzten Semester finden hier Hilfe, wenn es um den Berufseinstieg geht.


Zentrale Studienberatungsstellen (ZSB) der Hochschulen

studieren-beraten-zsbFast jede Universität und Fachhochschule in Deutschland verfügt über eine eigene kostenlose Beratungsstelle. Sie unterstützt Abiturienten, Studierende sowie Studieninteressierte vor und während dem Studium. Das Beratungsangebot ist hier besonders breit gefächert, von der ersten Orientierung bis hin zum Übergang ins Berufsleben. Es basiert meistens auf den von der Hochschule angebotenen Studiengängen.

Neben der allgemeinen Studienberatung hilft die zentrale Beratungsstelle, bei zulassungsbeschränkten Fächern einen Studienplatz zu erhalten. Studierenden greift sie bei allen weiteren studienbezogenen Fragen und Probleme unter die Arme und bietet darüber hinaus psychologisch fundierte Beratung an. Beispielsweise bei Prüfungsangst oder Schwierigkeiten mit dem Zeitmanagement.

Ergänzend organisieren die ZSB Informationsveranstaltungen in Form von Vorträgen, Workshops, Seminaren oder Podiumsdiskussionen. Natürlich steht bei diesen das studentische Leben im Mittelpunkt. Inhalte sind beispielsweise Stressbewältigung im Studienalltag, Studienfinanzierung oder, seit Corona überall gefragt, digitales Studieren.

Folgende Themen fallen ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der zentralen Studienberatungsstellen:

  • Passt ein Studium überhaupt zu mir?
  • Fächerangebot der Hochschule
  • Studienwahl
  • Zulassungsbedingungen und Numerus clausus
  • Studienvorbereitung
  • Fächerkombinationen
  • Prüfungsordnung
  • Beurlaubung
  • Studienabbruch
  • Fachwechsel
  • Aufbaustudiengänge
  • Kontakt zu weiteren Beratungsstellen, beispielsweise psychologische Beratung, Finanzierungshilfen, queeren oder frauenspezifischen Themen

Private Beratungsunternehmen

Im Gegensatz zu den ZSB und den Arbeitsagenturen bieten private Beratungsunternehmen ihre Dienste gegen Bezahlung an. Genaue Angaben zu den Kosten zu machen ist unmöglich, da diese stark variieren. Daher lohnt es sich, mehrere Anbieter in Bezug auf deren Angebot, Preise sowie Professionalität zu vergleichen. Denn die Qualität der Beratung ist nicht einheitlich, da es in Deutschland keine geregelte Ausbildung zum Studienberater gibt. Am besten Referenzen von anderen Klienten einholen sowie auf der Website einen Blick auf den beruflichen Werdegang werfen.

In den meisten Fällen aber bieten die Beratungsunternehmen einen qualitativ hochwertigen Service an. Schließlich sind zufriedene Kunden ihre beste Werbung! Entsprechend ist die Beratung äußerst personalisiert und kundenorientiert. Sie nehmen sich mehr Zeit als Experten in öffentlichen Einrichtungen. Die Studienberater bieten eine umfassende Unterstützung an, die von der Studienwahl bis hin zum Berufseintritt reicht. Dabei liegt ihr Schwerpunkt für gewöhnlich auf dem psychologischen Aspekt, was durchaus einen weiteren Vorteil darstellt.


Dezentrale oder Studienfachberatung

Die Beratungsstellen der einzelnen Fakultäten oder Studiengänge bieten fachspezifische Informationen rund um den jeweiligen Studiengang. Interessierte können sich hier beispielsweise über die konkreten Anforderungen informieren sowie über den Inhalt des Studiums. Dies ist vor allem dann spannend, wenn es um die Entscheidung geht, an welcher Hochschule studiert werden soll.

Studierende hingegen erhalten hier Unterstützung beim Studienwechsel oder bei Fragen nach Modulinhalten, Spezialisierungsmöglichkeiten, Abschlüssen sowie nach der Studienorganisation. Außerdem ist die Studienfachberatung die richtige Anlaufstelle, wenn sie Hilfe bei der Wahl eines passenden Masterprogramms benötigen oder sich unsicher sind, welche Lehrveranstaltungen sie belegen sollen.


Anlaufstellen rund um das studentische Leben

Wenn das passende Studium an der Wunsch-Uni oder Fachhochschule gefunden ist, können weitere Schwierigkeiten auftauchen. Keine Angst, zahlreiche Anlaufstellen greifen Studierenden in sämtlichen Lebenssituationen unter die Arme!

Career Center

Spätestens im letzten Semester ist der Einstieg in die Arbeitswelt ein großes Thema. Während einige schon einen Praktikumsplatz oder gar ein Jobangebot haben, fällt anderen die Entscheidung, wohin es gehen soll, schwerer. Vor dieser Herausforderung stehen in erster Linie Studierende der sogenannten „weichen“ Studiengänge, da diese keine festen Berufsaussichten vorgeben. Anders als etwa angehende Mediziner oder Architekten haben Geistes- und Sozialwissenschaftler mindestens ein Familienmitglied, dass sie alle Jahre wieder fragt: „Und, was wirst du damit später?“

Sollte nicht nur Papa Schweißperlen auf der Stirn haben, sondern auch der oder die Studierende, bietet das Career Center erste Orientierung. Es organisiert richtungsweisende Veranstaltungen, Workshops und Vorträge, hilft, Kontakte zu interessanten Unternehmen aufzubauen, und schafft Netzwerke. Darüber hinaus bietet es Informationen zu den beruflichen Perspektiven sowie weiterführenden Studiengängen und berät rund um den Berufseinstieg.

Studentenwerke

studium-beratung-studentenwerke-Die 57 Studenten- oder Studierendenwerke in Deutschland ergänzen das Beratungsangebot der Hochschulen. Sie unterstützen bei wirklich allem rund um das Studentenleben. Ihr Anliegen dabei ist, Chancengleichheit im Studium zu ermöglich. Egal ob es um Wohnungssuche, Studienfinanzierung oder persönliche Probleme geht, entweder die Studentenwerke helfen weiter oder sie vermitteln Studierende an die verantwortlichen Beratungsstellen.

Studierende finden hier bei folgenden Themen Unterstützung:

  • Psychologische Beratung bei Krisen, Lernschwierigkeiten oder persönlichen Problemen
  • Sozialberatung bei wirtschaftlichen und sozialen Problemen wie beispielsweise Studienfinanzierung, Rechtsberatung oder Jobvermittlung
  • Studieren mit Behinderung
  • Studieren mit Familie
  • Studieren mit Migrationshintergrund
  • Beratungsstellen für Frauen

Zentrum für internationale Studierende

Fast jede Hochschule führt ein Zentrum für internationale Studierende (ZiS). Es ist die erste Anlaufstelle für Studierende aus dem Ausland, wo sie Orientierung und Unterstützung während ihrer ersten Zeit an der Uni oder Fachhochschule finden. Das ZiS organisiert für sie Infoveranstaltungen, Exkursionen, Führungen, Treffen und je nach Einrichtung weitere Veranstaltungen. Ziel ist, sie in das Campusleben zu integrieren und vor allem die Anfangszeit im neuen Land zu erleichtern. An manchen Hochschulen übernimmt diese Aufgaben jedoch das International Office.

International Office

Früher oder später ziehen viele Studierende ein Auslandssemester in Betracht. Manche eine längere Zeit, beispielsweise um den Master in der Fremde zu absolvieren. Ist es doch eine hervorragende Gelegenheit, um neue Luft zu schnuppern, die Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig internationale Kontakte zu knüpfen! Je nach Studiengang ist ein Auslandsaufenthalt sogar ein Muss.

Alle dazu notwendigen Informationen gibt es im International Office der Hochschulen. Es informiert über Optionen und Angebote sowie über die erforderlichen Formalitäten, beispielsweise ob und wie viele Creditpoints angerechnet werden. Das genaue Aufgabengebiet variiert je nach Hochschule, meistens jedoch umfasst es die Betreuung von Studierenden oder Dozent/innen aus dem Ausland.


Weitere Anlaufstellen der Hochschulen

Viele Hochschulen bieten darüber hinaus weitere Serviceleistungen an. Darunter findet vermehrt ein Ausschuss, der sich um Frauenfragen oder Gleichstellung innerhalb der Einrichtung kümmert. Ebenso können sich Personen mit Behinderung an eine für sie eingerichtete Anlaufstelle wenden. Schließlich rechnen manche Hochschulen mit Beschwerdestellen, wo Studierende anonym beispielsweise Benachteiligungen melden können. Ebenfalls immer häufiger bieten die akademischen Einrichtungen Kinderbetreuung an.

Bei der Auswahl der passenden Hochschule lohnt es sich daher durchaus, einen Blick auf deren Servicestellen zu werfen. Sie können die Entscheidung vereinfachen. Schließlich sagen die Serviceangebote einiges über die Kultur der Einrichtung aus. Vor allem, wer spezielle Bedürfnisse hat, sollte darauf achten, dass diese gedeckt sind.


Weitere öffentliche Anlaufstellen

studium-beratung-anlaufstellen-findenInsbesondere wenn es um persönliche Probleme und Krisen geht, stehen Studierenden viele Beratungsstellen offen. Die meisten davon lassen sich telefonisch oder online erreichen und bieten ihre Hilfe zumindest beim Erstkontakt kostenlos sowie anonym an.


Fazit zur Studienberatung

Eines ist sicher: Egal in welcher Lebenssituation, Studierende sind nicht allein. Dafür sorgen zahlreiche Beratungsstellen. Von der Studienwahl bis hin zu persönlichen Problemen greifen sie tatkräftig unter die Arme. Geht es um die Entscheidung für oder gegen ein Studium sowie die Studienwahl, sind die zentralen Studienberatungsstellen der Hochschulen, die Agentur für Arbeit oder private Beratungsstellen hervorragende Anlaufstellen. Wer bereits mitten im Studium steckt, hat meist andere Probleme. Bei Unsicherheiten rund um die akademische Ausbildung und deren Inhalte unterstützen die Fachberatungsstellen oder ebenfalls die ZSB. Ist beispielsweise psychologische Unterstützung gefragt oder bei Schwierigkeiten mit der Studienfinanzierung, helfen die Studentenwerke weiter. Sie sind ferner hervorragend mit weiteren Beratungsstellen vernetzt. Egal worum es geht, es gilt lediglich, sich an die richtige Stelle zu wenden!

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