HINWEIS*

Der deutsche Weiterbildungsmarkt lässt sich mit zwei Wörtern auf den Punkt bringen: vielfältig und unübersichtlich. Vor allem im Bereich der Fernlehrgänge fällt es Interessierten schwer, einen Kurs zu finden, der ihren Bedürfnissen entspricht. Ganz zu schweigen von der Frage nach der Qualität. Dabei ist diese flexible Unterrichtsform für Berufstätige meist die einzige Möglichkeit, sich weiterbilden zu können. Allein im Jahr 2018 schlossen über 170 000 Personen ein Fernstudium oder einen Fernlehrgang erfolgreich ab!

Die ZFU übernimmt daher in Deutschland die wichtige Aufgabe zu überprüfen, ob zulassungspflichtige Fernkurse alle Anforderungen erfüllen, die das Fernunterrichtsschutzgesetz vorschreibt. Dies schützt Teilnehmende und zugleich dient das unverwechselbare Siegel der Behörde als Wegweiser im Angebotsdschungel. Dieser Ratgeber erklärt alles rund um die ZFU. Was genau sie überprüft, welche Dienstleistungen sie darüber hinaus anbietet und was es bedeutet, wenn ein Fernlehrgang kein Siegel aufweist. Außerdem weisen wir auf Anbieter akkreditierter Fernlehrgänge hin.

Wie ist Fernunterricht gesetzlich definiert?

beratung-zfu-fernunterrichtDamit ein Kurs vor Gesetz als Fernlehrgang gilt, müssen Studierende und Lehrpersonen räumlich getrennt sein und es gibt keine festen Unterrichtszeiten. Teilnehmende lernen dann, wann sie Zeit haben. Dazu nutzen sie die vom Anbieter bereitgestellten Medien wie Lehrbriefe, Videos oder Foren zum direkten Austausch.

Eine Kontrolle des Lernfortschritts erfolgt meistens in Form von regelmäßigen schriftlichen Aufgaben. Eine Abschlussprüfung ist gemäß den Vorschriften des FernUSG ausreichend. Diese kann im Unterschied zum regulären „Unterricht“ durchaus vor Ort unter Aufsicht stattfinden. Zudem organisieren viele Anbieter einen freiwilligen Präsenzteil, der Teilnehmende intensiv auf staatliche Prüfungen vorbereitet.

Unterricht via Live-Chat ist kein zulassungspflichtiger Fernunterricht. Denn in diesem Fall ist der Informationsaustausch nicht asynchron, sondern erfolgt wie beim Präsenzunterricht gleichzeitig. Der direkte Kontakt ist jederzeit möglich. Der einzige Unterschied zum Unterricht im Klassenzimmer ist, dass er über das Internet stattfindet und sich ein Bildschirm zwischen Lehrperson und Schüler/in befindet.


Wie anerkannt ist ein Fernstudium?

Hartnäckig hält sich der Irrglaube, dass in einem Fernlehrgang erworbene Abschlüsse in der Wirtschaft weniger wert seien. Es kursieren gar Gerüchte, dass Arbeitssuchende aufgrund des Fernstudiums Jobabsagen erhielten. Die Wahrheit ist, dass staatliche Abschlüsse in Deutschland immer anerkannt sind, egal, in welcher Unterrichtsform diese absolviert wurden. Und bei Zertifikatslehrgängen empfiehlt es sich, vorher abzuklären, welche Zertifikate für die Branche oder das Unternehmen geeignet sind.

Tatsächlich genießt das Fernstudium sogar äußerst hohes Ansehen bei Arbeitgebern. Diese wissen, wie viel Selbstdisziplin, Eigenmotivation und Ehrgeiz diese Lernform erfordert. Bekanntlich suchen Personaler nach Mitarbeitenden mit ebendiesen Attributen. Natürlich sind die Abschlussnoten sowie persönliche Kapazitäten nach wie vor ausschlaggebend. Ein Fernstudium im Resümee beeinflusst die Wahrnehmung der Arbeitgeber ganz klar positiv.


Was ist die ZFU?

beratung-zfu-zulassungDie staatliche Zentralstelle für Fernunterricht wurde 1978 mit Sitz in Köln gegründet. Sie ist zuständig für die Prüfung und Zulassung aller nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) zulassungspflichtigen Fernlehrgänge in ganz Deutschland. Dafür stellt sie für gewöhnlich über das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) unabhängige Gutachter ein. Von ihr legitimierte Kurse erhalten das ZFU-Siegel sowie eine Nummer. Im Abstand von drei Jahren werden sie erneut überprüft.

Des Weiteren fördert die ZFU das Fernunterrichtswesen, indem sie den einzelnen Bundesländern beratend zur Seite steht sowie Auskünfte erteilt. Auf der Website findet sich ein umfassendes Verzeichnis aller von der Behörde zugelassenen Fernlehrgänge und -studien. Studieninteressierte können das Angebot nach Begriff, Abschluss, Kursdauer sowie Kosten filtern, um so den für sie passenden Kurs zu finden. Anbieter von Fernlehrgängen finden hier ebenfalls alle für sie notwendigen Informationen.


Was prüft die ZFU?

beratung-zfu-funktionZum Schutz von Lernenden legt das Gesetz fest, welche Kriterien Fernlehrgänge erfüllen müssen. Um eine Zulassung zu gewährleisten, ermittelt die ZFU, ob die Anbieter diesen Anforderungen nachkommen. Dazu prüft sie die einzelnen Kurse auf folgende Punkte:

  • Ist das angegebene Lehrgangsziel erreichbar?
  • Eignet sich der Kursinhalt fachlich sowie didaktisch für Fernunterricht?
  • Berücksichtigen die Anbieter den Praxisbezug?
  • Entspricht der Lehrgang zum Zeitpunkt der Überprüfung dem aktuellen Stand der Fachwissenschaft?
  • Stimmen die Kursziele mit denjenigen des Bundesbildungsgesetzes (BBiG) sowie dem Prüfungsamt der Kultusministerien überein?
  • Ist die pädagogische Betreuung in Form einer Lernkontrolle gewährleistet?
  • Sind der Vertrag und Informationsmaterialien konform mit den gesetzlichen Anforderungen?

Achtung! Dass ein Fernlehrgang zertifiziert ist, bedeutet nicht, dass dessen Abschluss staatlich anerkannt ist. Erfüllt er alle oben genannten Kriterien, ist er staatlich zugelassen.


Welche Fernlehrgänge bedürfen einer Zulassung?

Genauso wie das Gesetz zum Schutz der Teilnehmenden klare Rahmenbedingungen für Fernunterricht festlegt, gibt es Richtlinien dafür, welche Lehrgänge es zu überprüfen gilt. Sobald sie folgende Voraussetzungen erfüllen, sind sie für gemäß dem FernUSG zulassungspflichtig:

  • Ein privatrechtlicher Fernstudienvertrag zwischen Anbieter und Teilnehmer/in kommt zustande.
  • Der Anbieter erhebt Gebühren für den Kurs.
  • Der Unterricht findet zum Großteil in räumlicher Trennung und zeitversetzt
  • Es besteht eine Erfolgskontrolle.

Angebote, die der Freizeitgestaltung oder Unterhaltung dienen, benötigen keiner Akkreditierung der ZFU. Dazu gehören beispielsweise Hobbykochkurse, oder solche die Inhalte wie Töpfern oder Meditieren anbieten. Dasselbe gilt für Fernkurse, die Vollzeitangebote ergänzen und nur in dieser Kombination sinnvoll sind.


Woran erkenne ich, ob der Fernkurs, der mich interessiert von der ZFU zugelassen ist?

Die Zentralstelle für Fernunterricht zeichnet alle von ihr anerkannten Fernkurse mit einem Siegel und einer einmaligen Zulassungsnummer aus. Zumindest Ersteres führen Anbieter in der Regel gut sichtbar auf ihrer Internetseite, entweder direkt in der Kursbeschreibung oder in manchen Fällen gibt es eine Unterseite, die sich den verschiedenen Akkreditierungen widmet. Kursanbieter sind gesetzlich verpflichtet, die Zulassungsnummer im Informationsmaterial zu erwähnen.


Was, wenn ein Fernlehrgang über kein ZFU-Siegel verfügt?

beratung-zfu-siegelDafür kommen mehrere Gründe infrage. Meistens liegt es daran, dass keine Zulassungspflicht besteht. Möglich ist aber auch, dass das Angebot nicht in den Zuständigkeitsbereich der ZFU fällt und entsprechend von einer anderen Behörde genehmigt wurde. Dies ist beispielsweise bei internationalen Angeboten der Fall sowie bei Fernstudiengängen von öffentlichen Hochschulen. Für Letztgenannte ist das Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungsinstitut (ACQUIN) zuständig.

Ein wichtiger Punkt ist überdies, dass die Bezeichnung Fernstudium gesetzlich nicht geschützt ist. Fehlt also das Siegel, lohnt es sich, im ersten Schritt zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen Fernlehrgang handelt. Manche Bildungseinrichtungen bieten sogenannte Fernkurse an, die über eine gewisse Präsenzpflicht verfügen. Damit erfüllen sie die Voraussetzungen für eine Prüfung durch die ZFU nicht.

Es gibt allerdings durchaus attraktive, qualitativ hochwertige Fernlehrgänge ohne ZFU-Siegel. In diesem Fall unbedingt darauf achten, dass der Fernlehrgang über eine anderweitige offizielle Zulassung verfügt und sich umfassend über diese informieren. Wer hat das Siegel verliehen und was sagt es über die Kursqualität aus? Vertrauenswürdige Kurse dauern mindestens einen Monat und schließen entweder mit einem Zertifikat oder einem staatlich anerkannten Abschluss ab.


Prüft die ZFU persönliche Coaches?

Nein. Wer sich für diesen Bildungsweg entscheidet, findet in anderen Datenbanken die notwendige Information. Da Coach kein geschützter Begriff ist, dabei auf Kriterien achten, die sich überprüfen lassen, wie beispielsweise fachliche und formale Qualifikationen. Seriöse Anbieter sind für gewöhnlich Mitglied in einem Coaching-Verband oder geben auf ihrer Website Auskunft über ihre Ausbildung. Alleskönner sind mit einem kritischen Auge zu betrachten.

Professionelle Coaches bieten normalerweise ein kostenfreies sowie unverbindliches Vorgespräch. Sie nehmen sich die Zeit, ihre Methoden und Vorgehensweisen offen zu erklären. Sollten sie auf einen Vertragsabschluss drängen, ist das ein schlechtes Zeichen. Gute Anbieter wissen, es handelt sich für Teilnehmende um eine Entscheidung, die mitunter etwas Bedenkzeit benötigt.


Unterstützt mich die ZFU, wenn während meines Lehrgangs Probleme auftauchen?

Die Aufgabe der ZFU ist es, anhand gesetzlicher Richtlinien die Qualität der einzelnen Angebote zu überprüfen. Teilnehmende eines Fernkurses können sich bei diesbezüglichen Beschwerden jederzeit an die Behörde wenden. Etwa, wenn ihres Erachtens der Praxisbezug fehlt oder keine Erfolgskontrolle stattfindet. Hinweise von Teilnehmenden sind für die ZFU sehr wichtig, um ihre Arbeit noch wirkungsvoller erledigen zu können. Dennoch ist es ihr letztendlich unmöglich, die Interessen jedes einzelnen Lehrgangsbesuchers zu vertreten.


Anbieter mit ZFU-geprüften Lehrgängen

Die ZFU selbst stellt auf ihrer Website eine umfassende Datenbank zur Verfügung, die Informationen zu allen von ihr zugelassenen Lehrgängen enthält. Auf Anfrage verschickt sie ferner kostenfreies Informationsmaterial. Hier gibt es einen ersten Überblick über besonders beliebte sowie bewährte Anbieter mit zertifizierten Lehrgängen.


Zertifizierte Angebote im Weiterbildungsbereich

beratung-zfu-fernhochschuleVor allem bei Weiter- und Fortbildungen sind Fernlehrgänge sinnvoll, da sie sich hervorragend mit Beruf, Familie und Freizeit unter einen Hut bringen lassen. Von A wie Ausbildereignungsprüfung bis zu Z wie Zahnmedizinische/r Verwaltungsassistent/in lässt sich ein Großteil der (Aufstiegs-) Fortbildungen im Fernunterricht absolvieren. Renommierte Anbieter für flexible Weiterbildung über Distanz sind:


Zertifizierte Fern-Hochschulen

Im Gegensatz zum Fernlehrgang handelt es sich beim Fernstudium um ein Hochschulstudium, das entsprechend mit dem Bachelor oder Master abschließt. Die Anzahl an Studienangeboten ist ebenfalls groß. Öffentliche Hochschulen können allerdings selbst entscheiden, ob sie Fernstudiengänge auf öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Grundlage anbieten. Nur Letztere unterliegen der Zulassungspflicht durch die ZFU. Wer sich also für ein Fernstudium interessiert, sollte neben der ZFU-Website auch das Angebot der verschiedenen infrage kommenden Universitäten und Fachhochschulen einsehen.

Zu den beliebtesten Fernhochschulen mit von der ZFU zertifizierten Studiengängen gehören folgende:


Zertifizierte Fernkurse um Schulabschlüsse nachzuholen

Natürlich besteht die Möglichkeit, den Real- oder Hauptschulabschluss sowie das Abitur oder Fachabitur in einem Fernlehrgang nachzuholen. Diese Methode eignet sich übrigens hervorragend für Deutsche, die sich derzeit im Ausland befinden. Von der ZFU anerkannte, prüfungsvorbereitende Kurse der folgenden Anbieter haben sich in den letzten Jahren besonders bewährt:


Wie finde ich einen hochwertigen Fernlehrgang?

beratung-zfu-vergleichDas ZFU-Siegel ist für Anbieter unumgänglich, um den Fernkurs überhaupt durchführen zu dürfen. Dennoch besagt es, dass der Kurs den Kriterien des FernUSG entspricht und einen gewissen Qualitätsstandard einhält. Ob er den persönlichen Anforderungen gerecht wird, ist damit nicht gewährleistet und schwarze Schafe gibt es leider überall.

Um einen passenden Fernlehrgang zu finden, gilt es daher in einem ersten Schritt, sich über die eigenen Bedürfnisse im Klaren zu sein. Denn was für die einen eine hervorragende Lösung darstellt, bemängeln andere. Was für einen Abschluss brauche ich? Welche Zertifikate sind in meiner Branche erwünscht? Wie viel Geld steht mir zur Verfügung? Wie viel Betreuung benötige ich? Wie flexibel bin ich?

Es lohnt sich, mehrere Kurse miteinander zu vergleichen. Dabei die Kursbeschreibungen gut durchlesen und vor allem auf die Art des Abschlusses achten. Ist dieser staatlich anerkannt oder handelt es sich um einen Zertifikatslehrgang? Die Kursdauer ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium sowie die Art der Betreuung. Kann ich die Lehrperson jederzeit erreichen? Gibt es eine Lernplattform im Internet? Wie oft und in welcher Form findet die Erfolgskontrolle statt? Welche Medien stellt der Anbieter zur Verfügung?

Im Internet finden sich unzählige Portale, um die Bewertungen von ehemaligen Kursteilnehmenden zu konsultieren. Diese sind auf der Suche nach einem passenden Fernlehrgang Gold wert! Deutet alles auf ein hervorragendes Angebot hin, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch beim Anbieter. In der Regel bieten Bildungseinrichtungen für Fernstudien diese kostenlos sowie telefonisch an.


Fazit zur ZFU

Fernunterricht ist aus der modernen Welt, in der Weiterbildung wichtiger ist denn je, kaum mehr wegzudenken. Er ermöglicht es Berufstätigen sowie Menschen, die aus anderen Gründen nicht regelmäßig an Präsenzunterricht teilnehmen können, sich aus- oder weiterzubilden. Jahr für Jahr nutzen immer mehr Lernbegierige die verschiedenen Angebote und sind mit ihren Abschlüssen sehr zufrieden.

Für eine gleichbleibende Qualität sorgt die ZFU, die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht. Zum Schutz der Teilnehmenden überprüft diese regelmäßig alle Fernlehrgänge und lässt nur diejenigen zu, die alle vom FernUSG gegebenen Voraussetzungen erfüllen. Darüber hinaus stellt sie Anbietern sowie Interessierten eine umfangreiche Datenbank mit Informationen zu allen von ihr zertifizierten Fernkursen zur Verfügung.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, den Unterschied zwischen staatlicher Anerkennung und staatlicher Zulassung zu beachten. Denn mitunter handelt es sich um Zertifikatslehrgänge, die unter Umständen lediglich in einzelnen Bundesländern anerkannt sind.

*) Bei Links zu Partner-Angeboten handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält Heise Medien eine Provision. Fürr den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.