HINWEIS*

Ausbilder werden nach der Ausbildereignungsverordnung (AEVO)

Nach dem Schulabschluss teilen sich die Wege der Absolventen. Während ein großer Teil das Studium an einer Universität aufnimmt, entscheiden sich viele andere Abgänger für eine Ausbildung. Im Rahmen dieser erlernen sie alle wichtigen Fachkenntnisse für den jeweiligen Beruf, indem sie einen dualen Weg beschreiten: Zum einen sind sie täglich im Unternehmen oder dem Betrieb, wo sie von Beginn an vor Ort mitarbeiten (Learning by Doing). Zum anderen besuchen sie eine Berufs- oder Ausbildungsschule, in der theoretische Inhalte vermittelt werden.

Damit die Ausbildung gelingt und die Azubis das nötige Wissen erlangen, muss in jedem Unternehmen, das diesen dualen Ausbildungsweg anbietet, ein Ausbilder tätig sein, der nach der AEVO zugelassen ist. Eine Ausnahme bilden die freien Berufe (Ärzte, Steuerberater, Richter, Notare etc.). Diese erlangen die Befähigung zum Ausbilden mit ihrer Zulassung.

In allen anderen Fällen müssen die Ausbilder selbst eine Ausbildung absolvieren, um anschließend die Eignung zu bekommen. Umgangssprachlich wird diese auch AdA-Schein genannt (Ausbildung der Ausbilder).

TOP AEVO Ausbilder Fernkurse


Vorbereitungskurs Ausbilderschein
IBB Business Akademie

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⌛ 6 Wochen
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Online-Ausbilderkurs
ausbilderschein24

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AEVO Online-Kurs
AEVO Online

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Ausbilderschein Online
Ausbilderwelt

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Onlinelehrgang AEVO
Bildungslücke

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AdA-Online-Kurs
Frankfurt School

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Ausbilderlehrgang – Blended Learning
IHK Berlin

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Ausbildung der Ausbilder nach AEVO
ILS

🎓 Ausbildereignung nach AEVO/AdA
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Was ist die AEVO und was beinhaltet sie?

In der Ausbildereignungsverordnung ist geregelt, wann eine Person als Ausbilder anerkannt wird und welche Voraussetzungen sie dafür erfüllen muss. Sie bezieht sich auf die Bereiche des öffentlichen Dienstes, der Hauswirtschaft, Landwirtschaft, gewerblichen Wirtschaft sowie auf das Bundesrecht. Der Hintergedanke davon ist es, die Qualität der Ausbildung stets auf dem gleichen hohen Niveau zu halten. Daher befinden sich in der AEVO detaillierte Angaben darüber, welche beruflichen und pädagogischen Kenntnisse die Ausbilder im jeweiligen Berufskontext nachweisen können sollten und wie deren Beleg erfolgt.

Wie werde ich Ausbilder nach der AEVO?

Grundsätzlich kann jeder an der Prüfung der AEVO teilnehmen. Es sind keine speziellen Ausbildungen oder abgeschlossene Studiengänge dafür erforderlich. Ebenso wenig wird ein Mindestalter verlangt. Allerdings ist das Bestehen der Prüfung noch kein Freifahrtsschein, um auszubilden. Neben der bestandenen Prüfung müssen die Absolventen eine fachliche Kompetenz nachweisen und persönlich zum Ausbilden geeignet sein. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer.

Um in Deutschland als Ausbilder oder Ausbilderin anerkannt zu sein, muss nicht nur die AdA-Prüfung absolviert werden, mit der eine Ausbildungsbefähigung bescheinigt wird. Darüber hinaus ist es notwendig, eine Ausbildungsberechtigung vorzuweisen. Diese erhalten nur Personen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium in der Tasche haben.

Der Ablauf setzt also zunächst eine Berufsausbildung oder ein Studium voraus. Daran schließt die Ausbildung der Ausbilder an, die mit der AdA-Prüfung endet. Wurde diese bestanden, erhält der Prüfling die Berechtigung, eine Aufstiegsfortbildung zum „Geprüften Aus- und Weiterbildungspädagogen“ wahrzunehmen.

Um sich optimal auf die Prüfung vorzubereiten, gibt es vielfältige Lehrgangsangebote. Diese sind allerdings nicht verpflichtend, sondern sollen den zukünftigen Ausbildern alle rechtlichen sowie berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen und Kenntnisse vermitteln.

Die persönliche Eignung zum Ausbilden weisen die Prüflinge indirekt nach. Dabei handelt es sich eher um Ausschlusskriterien, die verhindern, dass in einem Unternehmen Ausbildungen stattfinden, obwohl dies nicht gestattet ist. Grundsätzlich ist daher zunächst jeder geeignet, es sei denn, er darf keine Kinder und Jugendlichen beschäftigen oder hat wiederholt schwerwiegend das Berufsbildungsgesetz (BBiG) missachtet. Zu diesem zugegebenermaßen kleinen Personenkreis gehören alle, die zu einer mindestens zweijährigen Haftstrafe verurteilt wurden, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben, jugendgefährdende Schriften verbreitet haben oder bereits dreimal eine Geldbuße zahlen mussten, weil sie unzulässigerweise Kinder und Jugendliche beschäftigten.


Kosten und Ablauf der Ausbildung für Ausbilder

Interessierte können sich über einen Vorbereitungslehrgang aktiv auf die Prüfung der AEVO vorbereiten. Diese werden als Abend- oder Wochenendkurse angeboten oder finden in Form von Intensivvorbereitungs- oder Onlinekursen statt. Wie bereits erwähnt sind diese Kurse nicht verpflichtend, sondern sollen Lernenden bei der Prüfungsvorbereitung helfen. Sie vermitteln die rechtlichen Grundlagen, auf denen die AEVO basiert, und erläutern, welche fachlichen und persönlichen Kompetenzen im jeweiligen Ausbildungsberuf notwendig sind. Je nachdem von wem der Kurs angeboten wird, können die Kosten dafür unterschiedlich ausfallen und sich auf mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro belaufen. Ein Vergleich lohnt sich. Aktuelle Kurse finden Interessierte auf der Webseite des Weiterbildungsinformationssystems (WIS). Außerdem gibt es eine kostenpflichtige AEVO-App, mit der zukünftige Ausbilder ihr Wissen testen können.

Vorbereitungskurse können unter anderem hier belegt werden:

  • IHK: Ausbildung der Ausbilder AEVO, Dauer: sechs Tage, Düsseldorf, Kosten: ab 590 Euro
  • IBB Business Akademie: Ausbilderschein – Ausbildereignung nach AEVO, Dauer: 30 Stunden, Onlinekurs, Kosten: ab 500 Euro
  • IHK Akademie München und Oberbayern: Ausbildung der Ausbilder (AdA): offener Kurs, Mühlhof am Inn, Traunstein, Ingolstadt, Kosten: ab 590 Euro
  • manQ e. K.: AdA – Ausbildung der Ausbilder IHK, Dauer: vier Monate, Fernlehrgang, Kosten: ab 480 Euro
  • Handwerkskammer Saarland: Ausbildung der Ausbilder (AdA), Samstagskurs, Saarbrücken, Dauer: 96 Einheiten, Kosten: ab 430 Euro

Die Gebühren für die AEVO-Prüfung werden von der jeweiligen Handelskammer festgelegt und fallen daher unterschiedlich aus. In Hamburg belaufen sie sich beispielsweise aktuell auf 175 Euro. Wer aufgrund von Krankheit oder aus privaten Gründen von der Prüfung zurücktritt, muss zusätzlich eine Rücktrittsgebühr bezahlen, die sich nach dem Zeitpunkt richtet. Auch eine Verschiebung des Termins wird als Rücktrittsanfrage aufgefasst und verursacht zusätzliche Kosten.

Darüber hinaus ist mit Ausgaben für Fachliteratur zu rechnen. Ebenso sollte der Vorbereitungskurs zeitlich eingeplant werden. Das bedeutet, dass der Prüfling im Unternehmen ausfällt oder wertvolle Urlaubstage dafür aufwenden muss.

Unter Umständen übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der Kosten, falls das Unternehmen darauf angewiesen ist, einen Ausbilder zu Verfügung zu stellen. Eine offene Kommunikation bietet sich daher an, um Missverständnisse zu vermeiden.


Wie ist die Prüfung aufgebaut?

Während der Prüfung durchlaufen die zukünftigen Ausbilder einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Um die Prüfung zu bestehen, müssen in beiden Bereichen mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte erreicht werden.

Die Prüfungsfragen des Theorieteils stammen aus den folgenden vier Handlungsfeldern:

  • Prüfen der Ausbildungsvoraussetzungen neuer Azubis und Planung der gesamten Ausbildung,
  •  Vorbereitung der Ausbildung und Einstellung ausgewählter Auszubildenden,
  • Durchführung der Ausbildung und
  • Erfolgreicher Abschluss der Ausbildung.

Die schriftliche Prüfung dauert 180 Minuten und besteht aus circa 70 Multiple-Choice-Aufgaben, die das Fachwissen des Prüflings testen. Der Fokus liegt dabei ebenfalls auf dem dritten inhaltlichen Themengebiet, das die Durchführung der Ausbildung betrifft. An zweiter Stelle der Gewichtung folgt das zweite Themenfeld, das die Vorbereitung der Ausbildung und Einstellungen der Auszubildenden fokussiert. Bei jeder Frage ist mindestens eine der Antworten richtig. Nur wenn alle richtigen Antworten markiert sind, wird die Frage bewertet.

Es folgt die praktische Prüfung der AEVO. Diese dauert maximal 30 Minuten. Hier haben die Prüflinge die Wahl: Entweder präsentieren sie innerhalb von 15 Minuten eine alltagsnahe Ausbildungssituation oder sie führen diese aktiv als Rollenspiel durch. Anschließend findet ein Fachgespräch statt, das das dritte Themengebiet „Ausbildung durchführen“ in den Mittelpunkt stellt. Bei der Prüfung sind drei Personen anwesend: ein Arbeitgebervertreter, ein Arbeitnehmervertreter sowie eine Lehrkraft einer berufsbildenden Schule.

In vielen Berufen ist die Ausbildereignungsprüfung in die Ausbildung integriert, sodass sie nicht separat abgelegt werden muss. Dies gilt zum Beispiel für handwerkliche Meisterprüfungen oder andere Abschlüsse wie den Industriemeister oder den Abschluss zum geprüften Personalfachkaufmann.

Einige Studiengänge integrieren den Ausbilderschein ebenfalls. Allerdings ist hier darauf zu achten, dass es sich nicht nur um ein privates Dokument der jeweiligen Hochschule handelt, sondern dass der Nachweis akkreditiert wurde und von den zuständigen Behörden anerkannt wird.


Wo kann ich die Prüfung zum Ausbilder ablegen?

Wer Ausbilder werden möchte, meldet sich mindestens fünf oder sechs Wochen vor der schriftlichen Prüfung über ein Anmeldeformular (online oder postalisch) bei der entsprechenden Handelskammer an. Die aktuellen Termine und wichtige Informationen rund um die Prüfung befinden sich auf der Webseite der IHK. Es ist zu beachten, dass die Prüfungskapazitäten begrenzt sind, weshalb sich eine frühzeitige Anmeldung lohnt. Es zählt das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Prüflinge haben die Möglichkeit, einen Wunschtermin für die Prüfung anzugeben. Darüber hinaus müssen sie neben ihren persönlichen Daten Angaben zur Art der Prüfung (Erst- oder Wiederholungsprüfung) sowie zur Kostenübernahme durch den Arbeitgeber und zum besuchten Vorbereitungslehrgang machen.


Was verdient ein Ausbilder?

Die Gehälter von Ausbildern können stark schwanken. Sie hängen von der Branche, der Region, dem Kenntnisstand sowie der Position des Ausbilders im Unternehmen ab. Eine höhere Position bringt logischerweise ein entsprechendes Gehalt mit sich. Die Berufserfahrung, die der Ausbilder vorweisen kann, ist ebenso nicht unerheblich, denn dies sind die Kenntnisse, die er an seine Auszubildenden weitergibt. Nachvollziehbar ist, dass einige Branchen stärker gefragt sind als andere. Vor allem im technischen Bereich können Ausbilder sich daher über ein gutes bis sehr gutes Gehalt freuen. Darüber hinaus spielt die Größe des Unternehmens eine tragende Rolle. Je größer es ist, desto mehr Umsatz erwirtschaftet es und desto höher können die Gehälter ausfallen. Allerdings macht sich auch der Standort auf dem Konto bemerkbar, denn Ausbilder im Osten Deutschlands verdienen bis zu 25 Prozent weniger als ihre Kollegen im Westen.

Folgende Beispiele können eine grobe Einschätzung des Ausbildergehaltes veranschaulichen:

Ein Ausbilder für technische Berufe, der mehr als zehn Jahre Berufserfahrung vorweisen kann, verdient in Bayern knapp 61.000 Euro im Jahr. Sein gleichermaßen erfahrener Kollege verdient in derselben Branche in Mecklenburg-Vorpommern lediglich knapp 46.000 Euro. Über durchschnittlich 58.000 Euro im Jahr können sich Ausbilder technischer Berufe in Nordrhein-Westfalen freuen.

Was die Branche betrifft, so verdienen Ausbilder in der Hauswirtschaftsbranche mit durchschnittlich 1800 Euro im Monat am wenigsten. An zweiter Stelle stehen Ausbilder in der Landwirtschaft dicht gefolgt von Ausbildern im öffentlichen Dienst mit knapp 2500 Euro monatlich. Besonders hoch fällt das Gehalt in der Pharmaindustrie aus. Hier bekommen Ausbilder durchschnittlich 3900 Euro im Monat.


Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Ausbilder?

Man lernt im Leben niemals aus. Dies gilt auch für Ausbilder, die sich mit verschiedenen Kursen ständig fortbilden können und somit die Ausbildung ihrer Schützlinge kontinuierlich verbessern. Die IHK bietet diverse Weiterbildungen für Ausbilder an. Folgende Lehrgänge können ein Anreiz sein, die persönliche Entwicklung voranzutreiben:

  • Wie eine Ausbildung zu planen und zu organisieren ist, sodass Praxis und Theorie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, erfahren die Ausbilder im Lehrgang „Mit praxisgerechter Ausbildungsplanung zum Erfolg“.
  • Wer sich schwer damit tut, Auszubildenden eine eloquente Rückmeldung zu geben, profitiert von der Fortbildung „Erfolgreiche Gesprächsführung mit Auszubildenden“.
  • Fehlt es der Methodik in der Ausbildung an Abwechslung, könnte dies daran liegen, dass der Ausbilder nur einen geringen Methodenumfang beherrscht. In diesem Fall bietet sich der Kurs „Moderne Ausbildungsmethoden für eine motivierende Ausbildung“ an.
  • Bei der Ausbildung spielt das Gesetz eine grundlegende Rolle, schließlich stehen den Auszubildenden aber auch den Ausbildern gewisse Rechte zu. Einen Überblick über die wichtigsten rechtlichen Voraussetzungen erhalten Ausbilder in dem Lehrgang „Rechtliche Risiken vermeiden – Die wichtigsten Rechtsgrundlagen der Ausbildung“.

Diese Übersicht bietet nur ein kleinen Einblick in das umfassende Weiterbildungsangebot der IHK. Auf deren Website können sich Interessierte über freie Plätze, Kosten und Dauer der einzelnen Lehrgänge informieren.


Fazit

Ausbilder sind der direkte Ansprechpartner für die Auszubildenden und vermitteln zwischen ihnen und dem Unternehmen. Damit einzelne Firmen und somit die gesamte Wirtschaft langfristig funktionieren, besteht zu jeder Zeit Bedarf an qualifizierten und motivierten Ausbildern, die Schulabgänger in die Materie ihres Betriebs einführen und ihnen den Spaß an der Arbeit und die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit beibringen. Zu diesem Zweck absolvieren Ausbilder eine Eignungsprüfung nach der AEVO, auf die sie sich mit diversen Lehrgängen optimal vorbereiten können.

Nachdem die Prüfung bestanden und die persönliche Eignung zum Ausbilder anerkannt wurden, nehmen sie im Unternehmen eine besondere Rolle ein. Die vermehrte Verantwortung schlägt sich mit etwas Geschick bei Gehaltsverhandlungen ebenso auf dem Konto nieder. Um auf technische Fortschritte oder den Wandel der Branche zu reagieren, haben Ausbilder die Möglichkeit, sich regelmäßig weiterzubilden und somit auch ihren eigenen Kenntnisstand zu erweitern.

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