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Weiterbildungen und ein Studium können ganz schön ins Geld gehen. Vor allem Letzteres ist für junge Menschen, deren Eltern ihnen keine finanzielle Unterstützung bieten können, oft mit hohen Kosten verbunden. Denn obwohl an öffentlichen Hochschulen die Gebühren längst abgeschafft wurden, gilt es, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Ferner kann die Bezahlung einer Fortbildung oder eines weiterführenden Studiums eine Hürde darstellen. Zum Glück ist der gerechte Zugang zu Bildungschancen ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Daher stehen für Aus- und Weiterbildungen eine Vielzahl an staatlichen sowie privatwirtschaftlichen Förderungen zur Verfügung, die sich teilweise sogar kombinieren lassen. Das Angebot wird rege genutzt, so beziehen derzeit etwa 17 Prozent der Studierenden BAföG. Was genau das ist, einen Überblick über viele weitere Finanzierungshilfen und zu welchen Konditionen sie verfügbar sind, gibt es hier.

Das Studium ohne Eltern finanzieren

foerderung-bafoegDas Studium ist kein günstiger Spaß. Die Lebenshaltungskosten sind in manchen Städten sehr hoch und im Falle einer privaten Hochschule kommen noch Studiengebühren dazu. Zudem lassen besonders anspruchsvolle Studiengänge kaum Zeit für einen Nebenjob. Trotzdem, studieren ohne Geld von den Eltern geht! Beratungsstellen der Hochschulen bieten umfassende Informationen zum Thema Studienfinanzierung.

Angehenden Studierenden sowie natürlich all denjenigen, die sich bereits im Studium oder der Abschlussphase befinden, können verschiedene Finanzierungshilfen nutzen. Teilweise lassen sich diese sogar kombinieren. Während es sich bei vielen um Darlehen handelt, die es nach erfolgreichem Abschluss zurückzuzahlen gilt, gibt es auch Zuschüsse. Wer sich informiert, ist klar im Vorteil!


BAföG

BAföG ist die einfacher auszusprechende Abkürzung für Bundes-Ausbildungsrderungs-Gesetz. Es handelt sich dabei um eine staatliche Unterstützung für Studierende an Hochschulen sowie Akademien. Fernstudien zählen natürlich ebenfalls dazu und Schüler haben ebenso Anrecht auf BAföG. Es setzt sich zusammen aus einem Zuschuss sowie einem zinslosen Darlehen. Absolventen haben bis zu fünf Jahre Zeit, Letzteres zurückzuzahlen. Im Normalfall macht es die Hälfte des Gesamtbetrages aus, maximal aber 10.010 Euro.

Das eigene Gehalt sowie das Einkommen der Eltern oder des Ehepartners bestimmen darüber, ob jemand Anrecht auf BAföG hat und wie viel Unterstützung geboten wird. Bachelorstudierende dürfen zudem höchstens dreißig Jahre alt sein, geht es um die Finanzierung des Masterstudiums liegt die Altersgrenze bei 35 Jahren. Achtung, weiterbildende Masterprogramme erfüllen die Bedingungen manchmal nicht. Der Antrag wird direkt nach der Studienplatzzusage beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung gestellt. Die dazu erforderlichen Formulare gibt es online.

Die Höhe der monatlich ausgezahlten Summe richtet sich nach dem Grundbedarf sowie den Mietkosten. Seit das BAföG 2019 beträchtlich erhöht wurde, liegt der Höchstsatz bei 861 Euro. Hinzu kommen bei Studierenden mit Kind 150 Euro Kinderzuschlag, die als Zuschuss gelten. Wer im Ausland studieren möchte, beantragt das Auslands-BAföG. Die Dauer der Förderung entspricht, beim Bachelor genauso wie beim Master, der Regelstudienzeit. Weiterführende Informationen etwa über Ausnahmeregelungen gibt es direkt auf der Website des Amtes für Ausbildungsförderung.

Studienkredit

Der Studienkredit ist ein besonders zinsgünstiges Darlehen von privatwirtschaftlichen Banken mit speziellen Konditionen für Studierende. Sie erhalten für eine Dauer von maximal 14 Semestern bis zu 650 Euro monatlich. Diese Alternative bietet sich vor allem dann an, wenn kein Anrecht auf BAföG besteht, die beiden Förderungen sind kombinierbar.

Informationen zu den genauen Konditionen sind bei den verschiedenen Banken erhältlich. Es ist ratsam, sich gut beraten zu lassen und verschiedene Angebote zu vergleichen. Immerhin stellt der Studienkredit eine finanzielle Verpflichtung dar, die es nach dem Studium zurückzuzahlen gilt.

Stipendium

Die Meinung hält sich hartnäckig, dass lediglich akademische Überflieger ein Stipendium bekommen. Tatsächlich gibt es in Deutschland über 2500 Stiftungen und Institutionen die Studierende aus den unterschiedlichsten Gründen finanziell unterstützen. Etwa, weil sie aus Arbeiterfamilien kommen, einen Migrationshintergrund haben oder in einer bestimmten Region leben. Die Gründe sind so vielfältig wie die Stipendiengeber. Hier gilt, wer sucht, der findet!

Der große Vorteil eines Stipendiums ist, dass es eine hundertprozentige Schenkung darstellt. Dennoch ist es oft an Konditionen geknüpft, die vom Stipendiengeber abhängen. Diese unterstützen übrigens nicht nur Studierende, egal ob im Master oder Bachelor, sondern auch Lernende, Doktoranden, Forschende, Kunstschaffende… Die Liste könnte fast endlos weitergehen. Also, warum nicht sein Glück versuchen und sich für eines bewerben? Mehr Informationen zum Stipendium gibt es hier.

Bildungsfond und Studienfond

foerderung-uniDer Bildungs- oder Studienfond ist ein weiteres Darlehen, das im Gegensatz zum Studienkredit jedoch von Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen geleistet wird. Neben der finanziellen Unterstützung bieten sie inhaltliche Förderung. Es wird nur an ausgewählte Personen vergeben, in der Regel abhängig von den akademischen sowie persönlichen Leistungen.

Die monatliche Höchstrate beträgt um die tausend Euro und lässt sich während der Regelstudienzeit plus maximal ein Semester länger beziehen. Diese Regelung gilt für das Bachelor- sowie das Masterstudium.

Die Rückzahlung erfolgt, sobald Absolventen mindestens 1500 Euro brutto monatlich verdienen. Der Zinssatz ist abhängig von der Höhe des Darlehens und der Rückzahlungsdauer.

Die Chancen auf ein Stipendium sind ähnlich oder sogar größer und, wichtiger Unterschied, es handelt sich um eine Schenkung. Daher empfiehlt sich vor einem Antrag für einen Bildungs- oder Studienfond zunächst die Bewerbung bei infrage kommenden Stipendiengebern.

Bildungskredit

Dieses Darlehen richtet sich an Studierende in der Schlussphase des Studiums, etwa einem Masterprogramm oder den letzten zwei Jahren einer anderen Erstausbildung. Wie der Studienkredit ist es zinsgünstig. Es lässt sich zwischen zwei Formen unterscheiden. Der staatliche Bildungskredit wird von der KfW-Bank gewährleistet. Den Antrag können Interessierte online stellen. Beim privaten Bildungskredit hingegen handelt es sich um Angebote von privatwirtschaftlichen Finanzinstituten. Beide lassen sich ohne Weiteres mit dem BAföG kombinieren.

Berechtig sind Schüler oder Studierende bis zu einem Alter von 36 Jahren, die sich in einer Vollzeitausbildung befinden und bereits eine Ausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen haben. Sie erhalten monatlich bis zu 300 Euro, insgesamt höchstens 7200 Euro für eine Dauer von bis zu zwei Jahren. Die Gesamtsumme des Darlehens muss zudem mindestens tausend Euro betragen. Die Rückzahlung erfolgt spätestens vier Jahre nach der ersten Auszahlung in Monatsraten ab 120 Euro zu einem Jahreszins von 0,72 Prozent.

Studentenjob

Lässt das Studium die dafür notwendige Zeit zu, ist die einfachste Möglichkeit, es zumindest teilweise durch einen Nebenjob zu finanzieren. Auf den Internetseiten der Hochschulen finden sich für gewöhnlich Stellenausschreibungen, es gibt zudem Jobbörsen extra für Studierende. Vor allem Werkstudentenjobs bieten sich an, da sich auf diese Weise die an der Hochschule gelernte Theorie direkt in die Praxis umsetzen lässt. Solche Stellen machen sich übrigens hervorragend im Lebenslauf!

Duales Studium

Bei gewissen Studiengängen besteht die Möglichkeit für ein duales Studium, das praktische Berufserfahrung und theoretisches Wissen geschickt kombiniert. Studierende besuchen Vorlesungen und Seminare an der Hochschule und arbeiten zugleich in einem einschlägigen Unternehmen. Entsprechend verdienen sie, ähnlich wie bei einer Berufsausbildung, bereits Geld. Diese Art zu studieren hat zudem den Vorteil, dass sie den Berufseinstieg erleichtert.

Je nach Bildungsstätte findet die Anmeldung über den Betrieb oder bei der Lehranstalt statt. Interessierte wenden sich daher am besten direkt an die Wunsch-Uni oder Fachhochschule, um Auskunft zu den Bedingungen und Fristen zu erhalten. Die Studienform existiert für Bachelor- genauso wie für Masterprogramme.

Die berufliche Weiterbildung finanzieren

foerderung-beantragen-weiterbildungObwohl der Arbeitgeber von den Weiterbildungsmaßnahmen seiner Angestellten profitiert, ist er gesetzlich in keiner Weise verpflichtet, sie zu fördern. Die Finanzierung ihrer Kurse bedeutet für manche Lernbegierige eine Hürde. Vor allem wenn sie am Anfang ihrer Karriere stehen oder mit der Fortbildung ihre Arbeitslosigkeit beenden wollen. Diese ist zum Glück überwindbar, denn hier greifen Staat und Privatwirtschaft unter die Arme. Für gewöhnlich bieten Anbieter von Weiterbildungen Beratungen zur Finanzierung an.

Wer sich derzeit in einem Beschäftigungsverhältnis befindet, sollte sich auf jeden Fall mit dem oder der Vorgesetzten absprechen. Erklärt diese/r sich bereit, wenigstens einen Teil der Kosten zu übernehmen, unbedingt die Konditionen besprechen!

Falls der Betrieb keine Finanzierungshilfe anbietet, kann er mit anderen Maßnahmen unterstützen. Etwa durch Anpassen der Arbeitszeiten oder Genehmigung eines Bildungsurlaubs.

Von den Steuern absetzen

Im Falle, dass der Arbeitgeber die Kosten nicht oder teilweise übernimmt, sind Weiterbildungen steuerlich absetzbar. Die Kosten werden dazu in der Steuererklärung in der Anlage N unter Werbungskosten eingetragen. Mögliche Zuschüsse vom Arbeitgeber gilt es natürlich abzuziehen. Es gibt keine Begrenzung nach oben und darüber hinaus besteht die Option des Verlustvortrags. Das heißt die Ausgaben lassen sich in einem späteren Jahr nachträglich absetzen.

Selbstständigen steht dieselbe Möglichkeit offen, mit dem Unterschied, dass sie die Kosten als Betriebsausgaben geltend machen und ihnen lediglich die Kursgebühren anerkannt werden. Angestellte dürfen darüber hinaus Fahrtkosten, Verpflegung und Unterkunft abziehen. Daher bietet sich für selbstständig Erwerbstätige der ortsunabhängige Fernunterricht besonders an.


Aufstiegs-BAföG (AFBG)

Das ehemalige Meister-BAföG ist, ähnlich der Variante für Studierende, eine Mischung aus Darlehen und Zuschuss. Letzterer liegt bei 40 bis 66 Prozent. Anrecht darauf haben alle, die eine Fort- oder Weiterbildung absolvieren wollen, die auf eine öffentlich-rechtliche oder gleichwertige Prüfung vorbereitet. Darunter fallen geprüfte/r Berufsspezialist/innen, die mindestens 200 Unterrichtsstunden benötigen. Bachelor und Master Professional mit mindestens 400 Unterrichtsstunden sind ebenfalls berechtigt. Ob die Weiterbildung Voll- oder Teilzeit stattfindet, spielt dabei keine Rolle.

Teilnehmende einer Weiterbildung sollten den Antrag spätestens drei Monate vor Unterrichtsbeginn stellen, die erforderlichen Formblätter sind online erhältlich. In der Halbzeit der Fortbildung ist es notwendig, einen Teilnahmenachweis einzureichen. Der Höchstbetrag liegt derzeit bei 892 Euro monatlich, Verheiratete erhalten bis zu 235 Euro Zuschlag und pro Kind besteht Anrecht auf zusätzlich dieselbe Summe. Bei diesen handelt es sich zu hundert Prozent um Zuschüsse. Die Rückzahlung erfolgt spätestens sechs Jahre nach Abschluss der Weiterbildung. Mehr Informationen gibt es hier.

Bildungsprämie

Die Bildungsprämie ist ebenfalls eine staatliche Förderung und setzt sich aus dem Prämiengutschein und Weiterbildungssparen zusammen. Sie lässt sich alle zwei Jahre von Neuem im Jobcenter beantragen. Anspruch haben alle, die 15 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten und deren Jahreseinkommen unter 20.000 Euro liegt. Bei Verheirateten mit gemeinsamen steuerlichen Anlagen liegt das Maximaleinkommen bei 40.000 Euro. Der Gutschein übernimmt dabei die Hälfte der Kosten für die Fortbildung, allerdings höchstens 500 Euro.

Bildungsgutschein

Mit dem Bildungsgutschein unterstützt die Agentur für Arbeit Arbeitslose, Berufsrückkehrer sowie Personen in unsicheren Arbeitsverhältnissen. Ziel der Maßnahme ist, diese auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren. Um die finanzielle Unterstützung zu erhalten, ist ein Beratungsgespräch beim zuständigen Jobcenter notwendig.

Besteht ein Anrecht, deckt er neben den Fortbildungskosten das Unterhaltsgeld (bei Arbeitslosen in Höhe des zuvor bezogenen Arbeitslosengelds), Fahrtkosten, gegebenenfalls Unterbringung sowie Kinderbetreuung. Der Bildungsgutschein ist zeitlich befristet, in der Regel auf die Dauer der Fortbildung oder Umschulung.

WeGebAU

foerderung-finanzielle-sorglosigkeitHinter dem seltsamen Begriff verbirgt sich die „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer im Unternehmen“. Das Förderprogramm richtet sich an Personen, die ihren Berufsabschluss nachholen möchten oder lange nicht mehr in ihrem erlernten Beruf tätig waren. Die Agentur für Arbeit übernimmt einen Teil der Kosten der (Weiter-)Bildung und fördert darüber hinaus den Arbeitgeber.

Anrecht auf die WeGebAU haben folgende Personen:

  • Geringqualifizierte Mitarbeitende, die bereits drei oder mehr Jahre Berufserfahrung mitbringen aber keinen Berufsabschluss vorweisen können.
  • Geringqualifizierte Arbeitnehmer mit Berufsabschluss und vier oder mehr Jahren Erfahrung im Helferbereich.
  • Personen über 45 Jahre, die in einem Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten arbeiten.
  • Personen unter 45 Jahren, die in einem Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten arbeiten und deren Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Kosten übernimmt.

Weiterbildungs- und Aufstiegsstipendium

Stipendien gibt es nicht nur für Studierende, sondern auch für Teilnehmende einer Weiterbildung. Anwärter eines Weiterbildungsstipendium müssen unter 25 Jahre alt sein und ihren Berufsabschluss mit einer Note von mindestens 1,9 beendet haben. Das Aufstiegsstipendium richtet sich an leistungsstarke Fachkräfte, die sich durch ein Studium weiterbilden wollen. Studieren sie berufsbegleitend, erhalten sie bis zu 2000 Euro jährlich, ein Vollzeitstudium wird mit bis zu 750 Euro monatlich unterstützt.

Fazit zur Förderungen

foerderung-geld-universitaetOhne Moos nix los? Das muss nicht sein. Denn zum Glück leben wir in einem Staat, dem Chancengleichheit in Sachen Bildung wichtig ist. So ist ein Studium auch ohne die finanzielle Unterstützung der Eltern drin, beziehungsweise Weiterbildung geht ohne Hilfe vom Arbeitgeber. Arbeitslose oder Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen greift der Staat ebenfalls unter die Arme, um ihnen mit geeigneten Fortbildungsmaßnahmen oder Umschulungen zu einer Anstellung zu verhelfen.

Dabei gibt es Zuschüsse, Darlehen, die es nach der Aus- oder Weiterbildung zurückzuzahlen gilt, sowie eine Mischform von beiden. Es ist wichtig, alle Möglichkeiten gründlich zu überprüfen, um eine spätere Schuldenfalle zu verhindern. Wobei vor allem Kredite für Studierende in der Regel sehr tiefe Zinsen und spezielle Konditionen haben. Somit steht der beruflichen Karriere nichts mehr im Weg!

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