HINWEIS*

Der Bildungsgutschein – Förderung der beruflichen Weiterbildung vom Staat

Im Jahr 2018 absolvierten rund 166 000 Menschen eine geförderte berufliche Fortbildung. Über die Hälfte von ihnen fand innerhalb von sechs Monaten nach beendeter Maßnahme eine Anstellung. Wer sich weiterbildet, kann dank aufgefrischter Kenntnisse erneut Zugang zum Arbeitsmarkt finden oder einen drohenden Verlust des Arbeitsplatzes abwenden. Doch Umschulungen und Lehrgänge sind zu teuer für Menschen, die ihren Lebensunterhalt von Arbeitslosengeld oder einem geringen Einkommen bestreiten. Damit sie ebenfalls dazulernen, einen Abschluss nachholen und sich langfristig in den Arbeitsmarkt eingliedern können, gibt es den Bildungsgutschein. Mit dem fördert die Bundesagentur für Arbeit Weiterbildungen, in dem sie sämtliche Gebühren trägt und zusätzlich für Pendelfahrten oder Kinderbetreuung aufkommt. Wer hat Anspruch auf den Bildungsgutschein? Wie ist er erhältlich? Und für welche Lehrgänge kann er eingelöst werden?


Was ist ein Bildungsgutschein?

Der Bildungsgutschein ist ein Dokument, mit dem die Bundesagentur für Arbeit seinem Inhaber zusichert, die Kosten für eine berufliche Weiterbildung oder Umschulung in vollem Umfang übernehmen. Er ist auf Antrag erhältlich und ausschließlich für AZAV-zertifizierte Kurse (AZAV = Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) einlösbar.

Bildungsgutscheine sind Menschen vorbehalten, die beispielsweise arbeitslos oder in Kurzarbeit sind. Berufsrückkehrende gehören ebenso zur Zielgruppe wie Personen, die in absehbarer Zukunft ihre Stelle verlieren. Sie bekommen die Förderung, falls eine Weiterbildung …

… ihre Arbeitslosigkeit beenden wird.

… eine drohende Arbeitslosigkeit abwenden kann.

… dem Nachholen eines fehlenden Berufsabschlusses dient.

Dabei handelt es sich um eine Kann-Leistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Die Sachbearbeiter prüfen jeden Antrag und versuchen einzuschätzen, ob die Weiterbildung das einzige Mittel ist, das Ziel, nämlich die dauerhafte Eingliederung in den Arbeitsmarkt, zu erreichen. Darum ist es wichtig, Kurse auszuwählen, die auf einem früher erlernten Beruf aufbauen oder dem Antragsteller überhaupt zu einem anerkannten Abschluss verhelfen. Aus reinem Interesse gewählte Lehrgänge oder solche mit schlechten Erfolgsaussichten werden nicht finanziert.


Wer bekommt einen Bildungsgutschein?

Die Weiterbildungsförderung der Bundesagentur für Arbeit richtet sich an diese Personengruppen:

  • Empfänger von Arbeitslosengeld oder Leistungen nach SGB II (Hartz IV)
  • Arbeitnehmer, die sich in Kurzarbeit befinden.
  • Arbeitnehmer, denen durch Kündigung oder Auslaufen eines befristeten Arbeitsverhältnisses die Arbeitslosigkeit droht.
  • Menschen, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder wenigstens drei Jahre Berufserfahrung verfügen und die aktuell auf Stellensuche sind.

Dank Bildungsgutschein können Berufsrückkehrende, die beispielsweise durch Care-Arbeit eine längere Pause vom Arbeitsleben einlegen mussten, mit einem Lehrgang ihre Kenntnisse auffrischen und sich dadurch optimal auf ihren Neustart vorbereiten.

Angestellte können unter Umständen ebenfalls einen Bildungsgutschein erhalten. Dazu zählen beispielsweise ungelernte Arbeiter, deren Vertrag demnächst ausläuft oder denen gekündigt wurde. Haben sie nach abgeschlossenem Kurs einen in ihrer Branche anerkannten Berufsabschluss in der Tasche, können sie schneller einen neuen und besser bezahlten Job finden.

Personen, deren Arbeitsplatz mittelfristig bedroht ist, beispielsweise durch Digitalisierung, können einen Bildungsgutschein erhalten, falls es ihnen gelingt, beim Beratungsgespräch die Dringlichkeit ihrer Situation zum Ausdruck zu bringen. Eine Umschulung könnte ihnen eine neue Tätigkeit verschaffen, bevor sie in die Arbeitslosigkeit rutschen.


Was wird beim Bildungsgutschein bezahlt?

Bei der Finanzierung durch den Bildungsgutschein übernimmt die Bundesagentur für Arbeit alle mit der Maßnahme verbundenen Kosten. Neben der Teilnahmegebühr sowie Entgelte für gesetzlich anerkannte Zwischen- und Abschlussprüfungen gehören dazu Fahrtkosten, aushäusige Unterbringung, Verpflegung und Betreuungskosten für Kinder. Lernmittel und Arbeitskleidung stellt der Bildungsträger zur Verfügung.

Wer für die Zeit der Fortbildung an einem anderen Ort wohnen muss, kann neben der An- und Abreise die Kosten für eine Heimfahrt im Monat anrechnen lassen. Dabei gilt die übliche Reisekostenpauschale von 20 Cent pro Kilometer oder der Preis für eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Alternativ bezahlt das Amt maximal 130 Euro für den monatlichen Besuch eines Angehörigen (z. B. Partner oder Kind).

Fürs Pendeln zwischen Wohnung und Bildungsstätte gibt es für Bildungsgutscheinempfänger bis zu 476 Euro im Monat. 31 Euro pro Tag zahlt das Amt bei Unterbringung am Lehrgangsort (Höchstsatz: 340 Euro pro Kalendermonat). Hinzu kommen 18 am Tag (max. 136 Euro/Monat) als Verpflegungsgeld. Entstehen durch die Weiterbildung Kosten für die Betreuung von Kindern unter fünfzehn Jahren, übernimmt das Arbeitsamt 130 Euro pro Kind.

Die Erstattung von Fahrt-, Unterbringungs- und Kinderbetreuungskosten erfolgt für den jeweiligen Monat im Voraus. So kann der Empfänger beispielsweise eine Monatskarte für seine Fahrten zum Veranstaltungsort erwerben oder ein Hotelzimmer buchen.

Wer nach dem 01.08.2016 eine mindestens zwei Jahre dauernde Fortbildung begonnen hat, mit der er einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf erwirbt, erhält als Ansporn und Belohnung eine Weiterbildungsprämie. Die besteht aus 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die Abschlussprüfung. Als Nachweis wird eine Zeugniskopie bei der zuständigen Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter eingereicht. Die Prüfung muss vor einer Kammer, beispielsweise der Handwerkskammer, abgelegt worden sein. Zeugnisse anderer Bildungsträger berechtigen nicht zur Auszahlung der Weiterbildungsprämie.

Arbeitslose Personen erhalten während ihrer Teilnahme an einer mit Bildungsgutschein geförderten Maßnahme wie gewohnt ihre Bezüge vom Amt. Die Anspruchsdauer reduziert sich dabei langsamer. Für zwei Bezugstage wird nur einer vom Gesamtanspruch abgezogen. Erreicht die übrige Anspruchsdauer dreißig Tage, werden diese bei unveränderter Leistung eingefroren. Auf diese Weise erhält der Leistungsempfänger nach beendeter Schulung auf jeden Fall weitere dreißig Tage Unterstützung.

Über ihre Versicherungen müssen sich an Weiterbildungen Teilnehmende keine Gedanken machen. Empfänger von ALG I und Bezügen nach SGB II sind ohnehin über das Amt kranken- und pflegeversichert. Die Unfallversicherung läuft über die Berufsgenossenschaft, in der der Bildungsträger Mitglied ist.


Wo und wie bekommt man einen Bildungsgutschein?

Für die Herausgabe von Bildungsgutscheinen sind das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit zuständig. Wer sich für eine bestimmte Fortbildung interessiert, teilt diesen Wunsch seinem Sachbearbeiter mit. Und zwar, bevor das Seminar beginnt. Der prüft, ob der Bewerber alle Voraussetzungen für den Erhalt des Bildungsgutscheins erfüllt. Falls ja, ist ein Beratungsgespräch der nächste Schritt.

Dessen Zweck ist es herauszufinden, ob die Weiterbildung angebracht ist oder nicht. Schließlich handelt es sich bei der Förderung um eine Investition: Der Staat bezahlt die Fortbildung, damit der Arbeitssuchende einen neuen Job findet, diesen langfristig ausüben und Steuern zahlen kann. Der Sachbearbeiter versucht abzuschätzen, ob sein Kunde die Maßnahme erfolgreich abschließen wird und wie hoch seine Chancen am Arbeitsmarkt mit dem neuen Abschluss sind. Wichtige Kriterien für die Bewilligung der Förderung sind:

  • Die Weiterbildung qualifiziert für einen nachgefragten Beruf.
  • Der Antragsteller ist körperlich und psychisch für diesen Job geeignet.
  • Ohne Fortbildung ist es dem Antragsteller nicht möglich, eine Arbeit zu finden.

Wer einen Beruf ausüben will, in dem kaum Leute gesucht werden, hat bei der Genehmigung des Bildungsgutscheins eher schlechte Karten. Kann der Bewerber laut Meinung des Arbeitsvermittlers ohne Weiterbildung rasch eine neue Anstellung finden, wird der Antrag ebenfalls abgelehnt.

Da die Genehmigung im Ermessen des Sachbearbeiters liegt, sollte der Antragsteller den Termin sorgfältig vorbereiten. Wer einen Weiterbildungswunsch hegt, sammelt zunächst Informationen über verschiedene Lehrgänge und Bildungsinstitute. Diese müssen die AZAV-Zertifizierung besitzen, um für eine Förderung mit Bildungsgutschein infrage zu kommen.

Mitunter neigen Mitarbeiter von Arbeitsämtern und Jobcentern dazu, den Arbeitsmarkt etwas zu positiv zu bewerten. Arbeitssuchende, die in ihrem gelernten Beruf partout keine Stelle finden und einzig in einer Umschulung die Chance auf eine Rückkehr ins Arbeitsleben sehen, sollten Beweise ihrer vergeblichen Bewerbungsmühen mitbringen. Dabei fallen jene Antragsteller positiv auf, die beim Bewerben ihren Suchhorizont über das Soll hinaus erweitern – und so darlegen, wie schlecht ihre Chancen am Arbeitsmarkt ohne Weiterbildung tatsächlich stehen. Weiterhin sollten Bewerber zum Beratungsgespräch mehrere aktuelle Stellenanzeigen für Jobs mitbringen, auf die sie sich mit der angestrebten Qualifikation bewerben könnten. Das verdeutlicht den Bedarf an Fachkräften mit ebendiesem Abschluss. Noch besser stehen Bewerber dar, die bereits Kontakt zu einem zukünftigen Arbeitgeber haben und eine Einstellungszusage vorweisen können.

Beim Beratungsgespräch kommt es darauf an, dem Sachbearbeiter schlüssig zu erklären, warum eine Weiterbildung notwendig ist und weshalb es genau dieser Kurs sein soll. Die eigenständige Recherche signalisiert Engagement und Motivation.

Fassen wir noch einmal zusammen, welche Unterlagen zum Beratungstermin mitzubringen sind:

  • Informationen über den gewünschten Lehrgang und Bildungsträger (am besten mit Alternativen)
  • Nachweise über vergebliche Bewerbungsversuche
  • Angaben zu den Berufen, die mit abgeschlossenem Lehrgang erreicht werden können (aktuelle Stellenanzeigen)
  • Falls vorhanden: Einstellungszusage eines zukünftigen Arbeitgebers
  • Spickzettel mit den wichtigsten Argumenten als Gedankenstütze

Wie der Bildungsgutschein eingelöst wird

Bewilligt der Arbeitsvermittler die Finanzierung der Fortbildung, stellt er ein Dokument aus, das die folgenden Angaben enthält:

  • Bildungsziel
  • Dauer der Weiterbildung
  • Regionaler Geltungsbereich
  • Übernahme zusätzlicher Kosten (Kinderbetreuung, Unterbringung und Verpflegung)

Der Bildungsgutschein kann anschließend bei zertifizierten Bildungsträgern und für anerkannte Kurse eingelöst werden. Dazu zählen auch Fern- und E-Learning-Lehrgänge. Dafür ist ab dem Tag der Ausstellung drei Monate Zeit. Bei der Anmeldung zur Weiterbildung ergänzt ein zuständiger Mitarbeiter des Maßnahmenanbieters das Schriftstück um die folgenden Angaben:

  • Maßnahmendauer (Beginn und Ende des Kurses)
  • Name des Seminars
  • Maßnahmennummer

Diese Informationen bestätigen, dass der Inhaber des Bildungsgutscheins an der Fortbildung teilnimmt. Er muss den Schein vor Teilnahmebeginn wieder bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einreichen. Andernfalls verliert er seine Gültigkeit.


Wo kann der Bildungsgutschein eingelöst werden?

Der Bildungsgutschein dient der Förderung AZAV-zertifizierter Lehrgänge, die ein anerkannter Bildungsträger anbietet. Es ist anzuraten, sich schon vor Beantragung der Förderung für einen Kurs zu entscheiden und mit dem entsprechenden Institut in Kontakt zu treten.

Zur Suche von mit Bildungsgutschein geförderten Kursangeboten bietet das Internet neben der Recherche per Suchmaschine die folgenden Anlaufstellen:

Als förderfähig anerkannte Bildungsträger sind dazu verpflichtet, die sogenannte Eingliederungsquote zu erfüllen. Sie müssen nachweisen, dass 70 Prozent oder mehr der ehemaligen Teilnehmer ihrer Kurse innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der Maßnahme einen Job gefunden haben. Andernfalls verlieren sie ihre Zertifizierung.

Ein guter Bildungsträger informiert Weiterbildungsinteressierte über die konkreten Berufe, für die sie nach Abschluss des Kurses qualifiziert sind. Außerdem geben sie Auskunft darüber, ob die Maßnahme stattfinden wird (etwa, weil eine Mindestteilnehmeranzahl erreicht wurde). Viele der großen Seminaranbieter beraten interessierte Bewerber zum Thema „Förderung der Weiterbildung mit Bildungsgutschein“.


Der Bildungsgutschein wurde abgelehnt – das ist jetzt zu tun

Ein gewissenhaft vorbereitetes Beratungsgespräch kann die Chancen auf Genehmigung des Gutscheins steigern, stellt jedoch keine Garantie dar. Das Jobcenter entscheidet, ob es eine berufliche Weiterbildung fördert oder nicht. Typische Ablehnungsgründe sind:

  • Es fand kein Beratungsgespräch statt.
  • Nach Einschätzung des Arbeitsvermittlers benötigt der Antragsteller keine Weiterbildung, um schnell eine neue Beschäftigung zu finden.
  • Der Sachbearbeiter hält die Maßnahme für zu teuer.
  • Im angestrebten Beruf sind kaum freie Stellen zu vergeben.
  • Der Antragsteller ist aus körperlichen oder psychischen Gründen für seinen Wunschberuf ungeeignet.

Wird die Weiterbildungsförderung abgelehnt, können die Bewerber innerhalb eines Monats ihren schriftlichen Widerspruch einreichen. Darin sollten sie auf den Grund der Ablehnung eingehen und weitere Unterlagen vorlegen. Wird beispielsweise die Maßnahme als zu kostspielig abgelehnt, kann der Bewerber günstigere Kurse mit gleichen Inhalten als Alternative vorschlagen. Tipp: Häufig sind Fernlehrgänge billiger als Präsenzkurse, weil keine Fahrtkosten anfallen und das Material in der Regel online zur Verfügung gestellt wird.

Wer die Widerspruchsfrist unverschuldet verpasst, beispielsweise durch einen Krankenhausaufenthalt oder den Tod eines nahen Angehörigen, hat weitere zwei Wochen Zeit, um einen Antrag auf Wiedereinsetzung zu stellen. Das geht so:

  • Im Widerspruch den Betreff „Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (§ 27 SGB X) und Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid vom [Datum]“ einfügen.
  • Oder: Innerhalb des Schreibens in einem Absatz erläutern, warum der Widerspruch nicht fristgerecht eingereicht wurde.

Für das Widerspruchsverfahren selbst wird kein Anwalt benötigt. Jedoch kann es hilfreich sein, die individuelle Situation mit einer rechtskundigen Person zu besprechen. Etwa im Rahmen einer kostenlosen Sozialberatung, die in fast allen Städten angeboten wird.

Falls das Arbeitsamt nach einer zweiten Prüfung des Antrags seine Entscheidung nicht ändert, hat der Antragsteller mehrere Möglichkeiten. Er kann den Bildungsgutschein nach einer Wartezeit noch einmal beantragen. Das lohnt sich vor allem am Jahresanfang, wenn die Fördertöpfe wieder voll sind. Außerdem kann er die Förderung vor dem Sozialgericht einklagen. Oder er sucht anderweitig nach finanzieller Unterstützung, um die gewünschte Weiterbildung doch noch absolvieren zu können.


Alternativen zum Bildungsgutschein

Neben dem Bildungsgutschein nach AZAV gibt es weitere Förderungen von beruflichen Weiterbildungen:

    • Berufliche Rehabilitation (Deutsche Rentenversicherung): Wer seinen gewohnten Job aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, kann von der DRV sogenannte Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bekommen. Diese können unter Umständen auch zur Finanzierung einer Umschulung genutzt werden.
    • Das Qualifizierungschancengesetz (QVC) ist ein Instrument für Unternehmen, dass sich an ältere oder gering qualifizierte Arbeitnehmer richtet, die vom Strukturwandel betroffen sind. Dabei werden abhängig von der Betriebsgröße bis zu 100 % der Weiterbildungskosten übernommen.
    • Die Initiative „Zukunftsstarter“ richtet sich an Menschen ab 25 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben oder die ihren erlernten Beruf seit über vier Jahren nicht mehr ausüben. Wiedereinsteigende und Berufsrückkehrende gehören ebenfalls zur Zielgruppe des Programms, das junge Erwachsene beim Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses fördert.
    • Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine (AVGS) dienen Arbeitssuchenden zur Förderung von Coachings oder ähnlichen Qualifizierungsmaßnahmen. Außerdem können sie zur Finanzierung privater Arbeitsvermittlungsdienste verwendet werden. AVGS sind ebenfalls bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter erhältlich.
    • Das Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) ist ein zinsgünstiges und altersunabhängiges Darlehen, mit dem Vorbereitungskurse auf einen von über 700 rechtlich geregelten Abschlüssen (z. B. Meister/in, Techniker/in oder Fachkauffrau/mann) gefördert werden. Die Maßnahme muss in Teil- oder Vollzeit stattfinden und mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen.
    • Bildungsurlaub (auch: Bildungsfreistellung) ist Angebot der Bundesländer (ausgenommen sind Sachsen und Bayern), um die berufliche Weiterbildung von Arbeitnehmern zu fördern. Pro Jahr dürfen sie sich für mehrere Tage bezahlt von der Arbeit freistellen lassen, um eine Weiterbildungsmaßnahme zu besuchen. Manche Länder unterstützen außerdem die Qualifizierung für Ehrenämter, politische oder kulturelle Weiterbildung.

 

  • Mit der Bildungsprämie unterstützen die Bundesländer berufstätige Menschen mit geringem Einkommen, die sich beruflich fortbilden wollen, indem ein Teil der Kursgebühren übernommen wird. Eine zweite Komponente der Bildungsprämie ist das Weiterbildungssparen. Dieses Programm erlaubt Personen, die vermögenswirksam sparen, vor Ablauf der Sperrfrist eine Entnahme aus ihrem Guthaben zu tätigen, um eine Fortbildung zu finanzieren. 

 


Fazit

Dank Bildungsgutschein nach AZAV können Arbeitssuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und Berufsrückkehrende eine Weiterbildung absolvieren und neue berufliche Perspektiven gewinnen. Wer über keinen Berufsabschluss verfügt, kann diesen mit einer geförderten Ausbildung nachholen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt sämtliche Lehrgangskosten sowie Gebühren für Prüfungen und Prüfungsstücke. Außerdem erstattet sie im Rahmen der Förderung Fahrt-, Unterbringungs- und Kinderbetreuungskosten bis zu einem festen Höchstbetrag.

Während der Fortbildung wird das Arbeitslosengeld weiterhin ausgezahlt. Der Bildungsgutschein muss vor Beginn des Wunschseminars bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt und eingelöst werden. Wichtigster Bestandteil des Bewilligungsverfahrens ist das Beratungsgespräch mit dem Arbeitsvermittler. Wird der Antrag abgelehnt, kann der Bewerber Widerspruch einlegen oder sich nach alternativen Fördermöglichkeiten umsehen.

*) Bei Links zu Partner-Angeboten handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält Heise Medien eine Provision. Fürr den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.