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Leadership & Management studieren und die Führungsetage erobern

Die Studierenden des (Master-)Studiengangs Leadership und Management wissen bereits während ihrer Zeit an der Universität, was ihr berufliches Ziel ist: eine Führungsposition. Sie möchten Unternehmen mitgestalten, Entscheidungen treffen und mit ihrem Expertenwissen punkten.

Diese Aufgabe erfordert ein dickes Fell, denn schließlich sind sie Entscheidungsträger und erste Ansprechpartner bei den wichtigsten Themen, die im Unternehmen anfallen. Alle Mitarbeiter der Firma sowie ranggleiche Kollegen verlassen sich darauf, dass sich die getroffenen Entscheidungen positiv auf die Entwicklung des Unternehmens auswirken. 

Doch nicht nur die Firma soll profitieren. Damit sie sich positiv entwickeln kann, ist es notwendig, dass dort ein gutes Arbeitsklima herrscht. Aus diesem Grund steht die Führungskraft stets im Spannungsverhältnis zwischen Förderung des Unternehmens und Forderung der Mitarbeiter. Damit dies gelingt, benötigen Manager ein großes Repertoire an nützlichen Skills, die sie dazu befähigen, interdisziplinär, mitarbeiter- und unternehmensorientiert zu denken und zu handeln.

Doch wie genau gelangen sie zu diesem Punkt und was sind die Inhalte eines Studiums im Bereich Leadership und Management?


Was ist der Unterschied zwischen Leadership und Management?

Dass der Studiengang zwei verschiedene Bereiche abdeckt, hat einen inhaltlichen Hintergrund. Während das Management sämtliche fachliche und organisatorische Tätigkeiten beschreibt, zum Beispiel die Erstellung eines Prozessplans oder einzelner Organisationsschritte, bezieht sich Leadership (deutsch: Führung) auf die emotionalen Aspekte des Berufs. An dieser Stelle sind Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Motivationsfähigkeit wichtige Komponenten, da es um die Interaktion mit anderen Menschen geht.

Ohne das eine kann das andere nicht funktionieren, weshalb die beiden Bereiche eng miteinander verzahnt sind. Eine optimale Organisation des Personals und der Projekte führt zwar dazu, dass das Unternehmen funktioniert, fehlt es allerdings an Führungsstärke und einer Vision, kommt es zu Missverständnissen oder Unruhen unter den Mitarbeitern. Andersherum kann eine angenehme Atmosphäre, in der sich alle Angestellten wohlfühlen und ein Ziel vor Augen haben, noch nicht dazu führen, dass die Firma Erfolg hat, wenn die entsprechende Struktur fehlt.

Für die Führungskraft selbst ist es daher notwendig, ihr eigenes Verhalten sowie ihre Stärken und Schwächen zu reflektieren. Auf diese Weise kann sie feststellen, ob es ihr an Führungsstärke (Leadership) oder Organisationstalent (Management) fehlt und an den entsprechenden Schwächen arbeiten, indem sie beispielsweise gezielt eine Weiterbildung absolviert.


Welche Persönlichkeitsmerkmale muss ich mitbringen?

Nicht jeder Charakter eignet sich als Führungspersönlichkeit und nicht jeder Mensch sieht sich in der Lage, dem Druck und der Verantwortung dieses Berufs standzuhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vor Antritt des Studiums darüber im Klaren zu sein, welche persönlichen Stärken und Schwächen man mitbringt. Wer ein Team leiten möchte, muss dazu in der Lage sein, es zu motivieren und für die Ziele des Unternehmens zu begeistern. Dabei darf die Führungskraft weder ihre Ziele noch die im Vorfeld erbrachten Resultate aus den Augen verlieren. Wer die Stärken und Schwächen seiner Teammitglieder kennt, kann den einzelnen Personen gezielt solche Aufgaben zuteilen, in denen sie aufgehen. Somit profitieren sowohl die Arbeitskräfte als auch das Unternehmen als Ganzes. Positives Denken und ein Vertrauensverhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeitern hilft dabei, die gesetzten Ziele zu erreichen.

Selbstverständlich gleich nicht eine Führungskraft der anderen. Es gibt verschiedene Management-Führungsstile, die sich in der ein oder anderen Situation bewähren. Daher müssen Vorgesetzte in der Lage sein, zu entscheiden, ob sie in der jeweiligen Situation als Coach, Befehlshaber, Visionär oder eher gefühlsbetont auftreten möchten. Trifft das gewählte Verhalten beim Gegenüber auf Unverständnis oder ruft sogar Ärger hervor, hat dies Konsequenzen für die Arbeitsmoral und Entwicklung des Unternehmens.


Wo kann man Leadership und Management studieren?

Dadurch dass es verschiedene Studiengänge gibt, die inhaltlich Management und Führungsqualitäten thematisieren, ist das Angebot etwas unübersichtlich. Viele Studiengänge fokussieren einen bestimmten Managementbereich oder differenzieren zwischen Management und Leadership.

So bietet die SRH Hochschule in Heidelberg gleich drei verschiedene Masterstudiengänge an:

  • General Management and Leadership (auf Englisch, ohne BWL-Vorkenntnisse),
  • International Management and Leadership (ebenfalls auf Englisch, mit BWL-Vorkenntnissen) sowie
  • Management und Leadership (auf Deutsch, ohne BWL-Vorkenntnisse).

Diese finden alle in Form eines Präsenzstudiums am Campus statt. Während die beiden englischsprachigen Studiengänge ein Auslandssemester beinhalten, ermöglicht das deutsche Studium eine Festanstellung schon nach acht Monaten. Außerdem findet der Unterricht nur mittwochs bis freitags statt, dadurch können die Studierenden nebenher arbeiten oder sich um ihre Familie kümmern.

Ähnliche Studiengänge nennen sich beispielsweise:

  • MBA Digital Leadership und IT-Management (HNU Hochschule Neu-Ulm),
  • Leadership und Sales Management (Quadriga Hochschule Berlin),
  • Innovation und Leadership (berufsbegleitend, Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld),
  • Sportwissenschaft: Leadership und Management im Sport (Universität der Bundeswehr München),
  • Educational Leadership/Bildungsmanagement und -innovation (Universität Duisburg-Essen) oder
  • General Management and Leadership (SRH Hochschule Heidelberg).

Ebenso haben einige Fernhochschulen ähnliche Studiengänge im Angebot, zum Beispiel gibt es an der Fresenius Hochschule den Masterstudiengang Sustainable Marketing und Leadership oder an der SRH Fernhochschule den Masterstudiengang Wirtschaftspsychologie, Leadership & Management.

Welcher Studiengang es letztendlich sein soll, hängt daher von den Interessen des Bewerbers und seinen Wünschen an den Standort ab.


Inhalte des Studiengangs Leadership und Management

Wie zu erwarten werden im Studium ebenfalls Themen aus den beiden Bereichen vermittelt. Im Rahmen des Managements erlernen die Studierenden alles über Controlling, Unternehmens- und Personalführung sowie Betriebswirtschaft und Marketing. Darüber hinaus erhalten sie Einblicke in internationales und strategisches Management, die Organisation von Großprojekten und stärken ihre Fremdsprachenkenntnisse mit Wirtschaftsenglisch. Letzteres ist vor allem in großen Konzernen von Bedeutung, die international aufgestellt sind. Die Kommunikation auf Englisch ist hier an der Tagesordnung, weshalb vor allem Führungskräfte diese Sprache flüssig beherrschen sollten.

Ihre Führungskompetenzen schulen sie während des Studiums in Seminaren und Übungen. Die Topthemen sind Business Behaviour, Leadership, Präsentationstechniken und Teambuilding-Maßnahmen. Ferner werden hier Soft Skills wie Rhetorikkenntnisse und nonverbale Kommunikation vermittelt. Besonders wichtig ist Verhandlungsführung, denn diese benötigen Führungskräfte regelmäßig, wenn es darum geht, mit Dienstleistern oder Partnern Verträge abzuschließen und das Beste für ihr Unternehmen herauszuholen.

Gut zu wissen: Der Studiengang Management und Leadership wird häufig nur als Masterstudium angeboten, das auf einem abgeschlossenen Bachelorstudium aus dem Managementbereich aufbaut. Das liegt daran, weil er sich an Studierende richtet, die sich im Laufe ihres bisherigen Studiums entschlossen haben, eine Führungsposition anzustreben. Viele Studierende wissen zu Beginn eines Bachelorstudiums noch nicht, welche Tätigkeit sie im späteren Berufsleben tatsächlich ausführen möchten. Ein Studiengang des Leaderships und Managements wäre für diese Zielgruppe daher ungeeignet.

Aus diesem Grund ist das Angebot an Bachelorstudiengängen in dem Bereich begrenzt. Es gibt aber ähnliche Studiengänge, die sich mit den gleichen Inhalten befassen, zum Beispiel der Studiengang Unternehmensführung. Des Weiteren werden das betriebswirtschaftliche Wissen und die Führungsqualitäten der Studierenden geschult. Als Basis dienen wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen, die die Studierenden anschließend auf praktischer Ebene und forschungsorientiert vertiefen.


Wie geht es nach dem Studium weiter?

Wer frisch von der Uni kommt, findet in Unternehmen ganz verschiedener Branchen eine Anstellung, beispielsweise im Dienstleistungsbereich, in der verarbeitenden Industrie, im öffentlichen Dienst oder Agrarsektor. Abhängig davon, auf welche Fachrichtung sie sich während der vergangenen Semester spezialisiert haben. Häufig knüpfen Studierende bereits in Praxisphasen des Studiums erste Kontakte zu Firmen, in denen sie nach ihrem Abschluss zu arbeiten beginnen.

Durch das veränderte Verhältnis zwischen Führung und Management beziehungsweise Leadership und Management wächst die Nachfrage an visionären Führungskräften. Unternehmen suchen nach einem Führungsmanagement, das bestimmte Vorstellungen für die Zukunft hat und diese verfolgt, indem es andere Mitarbeiter anspornt, Widerstände zu überwinden. Hiermit sind nicht nur hohe Gewinne gemeint, vielmehr geht es um die Entwicklung des Unternehmens als Ganzes, um die Werte, für die es steht, und seine Angestellten.

Beherrscht ein Absolvent diese Fähigkeiten, steht seiner aufstrebenden Karriere in die Chefetage nichts mehr im Wege. Dabei ist zu bedenken, dass er nicht von heute auf morgen Führungskraft wird. Vielmehr handelt es sich um einen stetigen Prozess, bei dem jüngere Nachfolger ihre älteren Kollegen nach und nach ersetzen. Einen neuen Vorgesetzten vom offenen Arbeitsmarkt zu werben, ist zeitaufwendig und kostspielig. Daher lohnt es sich für Unternehmen, frühzeitig in die Führungskräfteentwicklung zu investieren. Dies hat zur Folge, dass langjährige Arbeitskräfte motiviert und ihrem Betrieb gegenüber loyal eingestellt bleiben. Ein weiterer Vorteil ist, dass Mitarbeitende die Firma schon kennen und die Belegschaft ebenfalls mit ihrem neuen Chef vertraut ist, was sich positiv auf die Arbeitsatmosphäre auswirken kann.

Durch den Aufstieg einer Arbeitskraft in eine höhere Position nimmt diese außerdem eine Vorbildfunktion fürs Kollegium ein – frei nach dem Motto: Was die kann, schaffe ich auch!


Was kostet das Masterstudium Leadership und Management?

Alle, die ein Masterstudium an einer staatlichen Fachhochschule oder Universität belegen, zahlen dafür keine Gebühren, sondern lediglich einen Semesterbeitrag. Das ist ein pauschaler Pflichtbeitrag, der in der Regel bei der Rückmeldung zum neuen Semester überwiesen werden muss und mit dem unter anderem das jeweilige Studierendenwerk, die studentische Selbstverwaltung und das Semesterticket finanziert werden. Die Höhe des Semesterbeitrags legt jede Hochschule individuell fest. Fürs Sommersemester 2020 waren etwa an der Universität Duisburg-Essen 313,18 Euro zu bezahlen.

Für ein Studium an privaten Hochschulen sind Studiengebühren fällig. Diese betragen beispielsweise an der SRH Hochschule Heidelberg für den Masterstudiengang General Management and Leadership 770 Euro im Monat. Zusammen mit der einmaligen Immatrikulationsgebühr von 750 Euro kostet das viersemestrige Studium insgesamt 19.230 Euro.

Zusätzlich müssen die Studierenden ihren Lebensunterhalt finanzieren, also Wohnung, Essen, Kleidung und Lernmittel bezahlen. Wer keine Unterstützung von seinen Eltern bekommt, kann BAföG beantragen, einen Studienkredit aufnehmen oder sich einen Nebenjob suchen. Außerdem vergeben bestimmte Stiftungen Stipendien. Dafür sind übrigens nicht immer spitzenmäßige Noten auf dem Zeugnis erforderlich. Nicht zuletzt lohnt es sich für Studierende, eine Steuererklärung abzugeben, denn Ausbildungskosten können steuerlich geltend gemacht und mit einer Rückzahlung belohnt werden. Dabei hilft am besten der Steuerberater.


Weiterbildungen im Bereich Leadership und Management

Wer schon weit oben auf der Karriereleiter steht, allerdings noch nicht über die notwendigen Kompetenzen einer Führungskraft verfügt, kann diese nachträglich über eine Weiterbildung erwerben. Folgende Akademien und Hochschulen bieten Weiterbildungen in diesem Bereich an:

  • Haufe Akademie: Führung und Leadership,
  • Steinbeis-Hochschule Berlin: Leadership and Management,
  • Institut für Managementberatung (IFM): Agiles Leadership – Führung neu denken,
  • Management Institut Dr. A. Kitzmann GmbH – Leadership Training,
  • Institut für Berufliche Bildung AG (IBB): Weiterbildung Management und Führung,
  • Hochschule Kempten: Modulstudium International Leadership & Change Management und
  • Hamburg School of Business Administration (HSBA): Strategy & Leadership (verschiedene Seminare).

Diese Lehrgänge vermitteln teilweise Kenntnisse auf dem Niveau eines Masterstudiums, jedoch erwerben die Teilnehmenden keinen akademischen Abschluss. Nichtsdestotrotz handelt es sich um gute Programme, die abhängig vom Anbieter berufsbegleitend oder ortsunabhängig durchgearbeitet werden können und die Absolventen auf eine Tätigkeit im Management vorbereiten.


Fazit zum Leadership & Management

Um als Führungskraft erfolgreich zu sein, müssen sich Studierende langfristig auf diese Rolle vorbereiten. Gern gesehen ist ein Masterstudiengang, der Leitungskompetenzen vermittelt. Im Notfall tut es aber auch eine Weiterbildung, in deren Rahmen engagierte Mitarbeiter die notwendigen Kompetenzen nachträglich erwerben. Aufgrund der vielen unterschiedlichen und ähnlichen Studiengänge lässt sich keine pauschale Aussage darüber treffen, wie der Studiengang Leadership und Management aufgebaut ist.

Interessierte sollten sich daher rechtzeitig bei verschiedenen Hochschulen und Universitäten informieren, die diesen oder einen ähnlichen Studiengang anbieten. Möglicherweise können sie sich bereits während des Masters auf verschiedene Interessensgebiete spezialisieren und ihrer Karriere somit einen Schubs in die gewünschte Richtung geben.

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