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lohnt sich master studiumDrei Viertel der Bachelorabsolventen schließen ein Masterstudium an. Gründe sind bessere Gehaltsaussichten und die Möglichkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt von Konkurrenten abzuheben. Gut die Hälfte der Studierenden entscheidet sich dafür, weil sie sich über ihre berufliche Zukunft noch unsicher sind oder sie zu wenig in die eigenen Berufschancen vertrauen. Immerhin bildet der Master sie zu Experten auf ihrem Fachgebiet und somit zu gefragten Fachkräften aus. Vor allem, wenn sie den Bachelor geschickt mit dem weiterbildenden Studiengang kombinieren. Eines ist auf jeden Fall klar, die Karriereperspektiven verbessern sich erheblich mit einem Master in der Tasche. Für einige Berufe ist der höhere Abschluss zudem unumgänglich. Hier gibt es alles Wissenswerte rund um das Masterstudium. Für wen er sich lohnt, die verschiedenen Masterprogramme, welcher Studiengang zu den eigenen Vorstellungen passt, über den Ablauf und die Kosten bis zu den Möglichkeiten nach dem Abschluss.

Lohnt sich der Master?

master studium vergleichNach dem Bachelor einen Master anzuhängen, ist für viele Absolventen eine persönliche Entscheidung. Zur Berufsqualifizierung ist er nur teilweise erforderlich, beispielsweise Psychotherapie, Lehramt, Jura, Medizin oder beim öffentlichen Dienst. Wer in der Forschung oder der Naturwissenschaft Karriere machen möchte, benötigt ebenfalls einen Masterabschluss. Fakt ist, dass dieser in vielen Fachrichtungen mit besseren Verdienstmöglichkeiten verbunden ist und natürlich einen gewissen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt bedeutet.

Durchschnittlich verdienen Alumni mit einem Master in der Tasche bis zu 14 Prozent mehr. Vor allem im Bildungsbereich und bei sozialen Studiengängen sowie Design, Gestaltung und Architektur zahlt er sich mit bis zu 20 Prozent mehr Gehalt aus. Fachkräfte im Ingenieurwesen sind hingegen so gefragt, dass der Gehaltsunterschied mit rund 7,5 Prozent geringfügig ist. Marketing- und Kommunikationsstudenten verzichten ebenfalls oft auf den Master, weil er sich kaum auf ihren Lohn auswirkt. Hier zählt praktische Erfahrung.

Für wen eignet sich ein Masterstudium?

Grundsätzlich hängt es von den eigenen Berufszielen und Interessen ab, ob ein Masterstudium interessant ist. Wer promovieren möchte oder eine wissenschaftliche Tätigkeit anstrebt, benötigt dafür einen Master. Manche brauchen einfach mehr Zeit, um sich Klarheit zu verschaffen, wo ihr beruflicher Werdegang hinführt, und so genießen sie das Studentenleben einige Semester länger.

Andere entscheiden sich, weiter zu studieren, weil sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen vertiefen möchten. Durch einen speziellen Master oder die geschickte Kombination von Fächern wird man durchaus zum gefragten Experten. Mit einem Bachelor in Ingenieurwissenschaften und einem Master in Fachjournalismus beispielsweise, bietet sich im Anschluss eine redaktionelle Tätigkeit für Fachzeitschriften an.

Wichtig ist, dass großes Interesse für das Fachgebiet vorhanden ist, denn das Masterstudium ist um einiges anspruchsvoller als das Erststudium. Ging es im Bachelor noch hauptsächlich darum, sich Sachverhalte anzueignen, wagen sich Masterstudenten an komplexere Aufgaben und Problemstellungen. Sie wägen eigenständig Alternativen ab und lernen, Ideen sowie Verfahren selbst zu entwickeln sowie anzuwenden.

Welcher Master passt zu mir?

master studium kostenUm den passenden Master zu finden, sollten Interessierte sich am besten vom Berufswunsch leiten lassen. Wie sehen ihre beruflichen Ziele aus? Sehen sie sich in der Forschung oder im operativen Bereich? Welcher Studiengang ist dazu erforderlich oder nützlich? Dabei sollten sie sich auf ihre im Bachelorstudium gemachten Erfahrungen zurückbesinnen. Was hat ihnen gefallen, was nicht? Was würden sie im Masterstudium gern anders machen? Studienberatungen der Career-Center an Hochschulen unterstützen alle, die kurz vorm Abschluss stehen, ebenfalls bei der Suche nach dem richtigen Masterprogramm.

Bei der großen Auswahl an Masterprogrammen gilt es außerdem, Prioritäten zu setzen. Möchten Studierende den Abschluss so bald wie möglich machen oder können sie sich Zeit lassen, weil die Finanzierung kein Problem darstellt? Ist es okay für sie, dafür in eine andere Stadt zu ziehen oder kommt ein Wohnortwechsel nicht infrage? Es lohnt sich auf jeden Fall, die Angebote der verschiedenen Hochschulen bezüglich der Schwerpunkte und Fächer miteinander zu vergleichen.

Voraussetzungen

Der Bachelorabschluss ist grundlegend. Abgesehen davon hat jede Hochschule unterschiedliche Anforderungen. Daher sollten Absolventen sich am besten an ihrer Wunschhochschule nach den konkreten Zulassungsvoraussetzungen erkundigen. Manche Masterstudiengänge erfordern beispielsweise eine bestimmte Bachelorabschlussnote oder fachliche Kenntnisse.

Einige Universitäten und Fachhochschulen haben ein individuelles Prüfverfahren, andere bestimmen die Zulassung anhand des Bachelorzeugnisses. Falls es mit dem Platz im Wunschmaster nicht klappt, besteht dennoch Hoffnung. Denn es gibt immer eine zweite Bewerberrunde, das Nachrückverfahren, da sich manche Bewerber nicht einschreiben.

Master ohne Bachelor

Seit 2006 ist es an einigen Hochschulen möglich, ohne Bachelorabschluss oder ein vergleichbares Erststudium direkt ins Masterprogramm einzusteigen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um technische, wirtschafts- oder sozialwissenschaftliche Studiengänge. Obwohl das Angebot dank der hohen Nachfrage stetig steigt, ermöglichen es erst einige Bundesländer. Vor allem in Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bremen und Hessen gibt es eine große Auswahl an entsprechenden Masterstudiengängen. Zudem erleichtern private Hochschulen den Quereinstieg.

Die Zulassungsvoraussetzungen hängen von der jeweiligen Hochschule und dem Bundesland ab. Neben der Hochschulreife ist meist eine mehrjährige, einschlägige Berufserfahrung notwendig, manchmal sogar in Führungspositionen. Dann entscheidet ein Eignungstest darüber, ob die Anwärter sich einschreiben dürfen, wobei das erste Semester oft als Probezeit gilt. Jedoch zeigte die bisherige Erfahrung, dass sich Quereinsteiger genauso gut schlagen wie Bachelorabsolventen.

Bewerbung

Wie bei den Zulassungsvoraussetzungen gilt hier: Jede Hochschule stellt unterschiedliche Forderungen. Darum ist es wichtig, sich genau zu informieren, welche Unterlagen für die Bewerbung benötigt werden:

  • Motivationsschreiben. Hier erzählen Bewerber über sich, ihren Werdegang sowie warum und mit welchen Zielen sie ein Masterstudium beginnen möchten.
  • Bachelorzeugnis. Wer sich im laufenden Bachelorstudium bewirbt, kann ein vorläufiges Zeugnis beilegen.
  • Lebenslauf.
  • Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung. Bescheinigungen von absolvierten Praktika, Sprach- oder anderen Kursen sind ebenfalls beizufügen.
  • Falls vorhanden, Empfehlungsschreiben, beispielsweise eines Professors.

Verschiedene Arten von Masterprogrammen

In Deutschland sind drei verschiedene Masterprogramme bekannt. Der konsekutive Master baut auf dem Bachelorstudium auf. Es handelt sich sozusagen um eine weiterführende Ausbildung, die die zuvor erlangten Kenntnisse vertieft und ausbaut. Für Lehrer, Juristen und Mediziner sind diese Masterprogramme Pflicht. Die Gesamtstudienzeit ist jeweils auf fünf Jahre beschränkt. Das heißt, auf einen achtsemestrigen Bachelor folgt ein zweisemestriger Master.

Der nichtkonsekutive Master lässt sich nach einem beliebigen Bachelorstudiengang belegen. Das ermöglicht es, das Gelernte mit Kenntnissen aus einem anderen Fachbereich zu ergänzen, um die beruflichen Einsatzmöglichkeiten auszuweiten. Wer beispielsweise einen Bachelor in Geschichte hat, kann sein Wissensgebiet mit einem Master in wirtschaftswissenschaftlichen Bereich ergänzen.

Beim weiterbildenden Masterprogramm handelt es sich um eine Unterkategorie des nichtkonsekutiven Masters. Um einen solchen Studiengang belegen zu können, ist im Gegensatz zu den beiden anderen, einschlägige Berufserfahrung von mindestens einem Jahr erforderlich. Deshalb sind diese Master berufsbegleitend konzipiert. Da sie konkret auf die wirtschaftliche Arbeitswelt vorbereiten, berechtigen sie nicht zur Promotion.

Masterabschlüsse

Die verschiedenen Masterabschlüsse entsprechen den Bachelorabschlüssen. So gibt es analog zum Bachelor of Arts den Master of Arts, zum Bachelor of Science den Master of Science. Lediglich für den weiterbildenden Master gibt es spezielle Titel, wie den Master of Business Administration (MBA).

Einige Hochschulen führen außerdem spezifische, eigene Abschlüsse. Darunter der Master of Custom Administration der WWU Münster, der sich an Zollbeamte in Schwellenländern richtet. An der Uni Stuttgart, FH Frankfurt a. M. sowie der Steinbeis Hochschule Berlin lässt sich der Master of Business Engineering erwerben.

Studienformen

Analog zum Bachelorstudium kann der Master auf verschiedenen Wegen erreicht werden. Natürlich gibt es das klassische Vollzeitstudium. Häufiger sind berufsbegleitende Formen, vor allem im weiterbildenden Master, da viele Studierende bereits voll berufstätig sind. Der Unterricht findet dann abends sowie an Wochenenden statt.

Das besonders flexible Fernstudium gewinnt ebenfalls zunehmend an Beliebtheit. Studierende erhalten Lehrmaterialien per Post oder online, statt Vorlesungen gibt es Webinare und Plattformen dienen dem Austausch der Studierenden untereinander und mit ihren Dozenten. Oft sind es private Hochschulen, die Fernkurse anbieten, die Abschlüsse sind staatlich geregelt und daher gleichwertig.

Außerdem wird der Master als duales Studium angeboten. Dieses kombiniert praktische Berufserfahrung mit theoretischem Wissen, indem Studierende bereits in einem einschlägigen Betrieb arbeiten. Wie genau er zeitlich und inhaltlich organisiert ist, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Manche führen Blockunterricht, der mehrmals im Semester während einiger Tage stattfindet, andere bieten ein Abendstudium an.

Ablauf des Masterstudiums

Das Masterstudium verläuft grundsätzlich wie das Bachelorprogramm. Es ist genauso in Vorlesungen, Seminare, Übungen und Tutorien unterteilt, die wiederum in Module zusammengefasst sind. Der Arbeitsaufwand wird ebenfalls in Creditpoints angegeben.

Im letzten Semester verfassen Studierende eine Masterthesis oder Masterarbeit. Umfang, Gestaltung und Anteil an der Abschlussnote hängen von der Hochschule ab. Es handelt sich um eine anspruchsvolle wissenschaftliche Arbeit. Darin liegt der grundlegende Unterschied zum Bachelorstudium, in den höheren Anforderungen an die Studierenden. Eigenständiges Denken sowie Lösen von wissenschaftlichen Problemstellungen sind nun gefragt.

Das Masterstudium dauert normalerweise zwei bis vier Semester, in jedem leisten Studierende ungefähr 30 Creditpoints. Insgesamt macht das 60 bis 120 Leistungspunkte. Um den Master abschließen zu können, benötigen sie, zusammen mit den im Bachelorstudium erarbeiteten Leistungspunkten, 300 Creditpoints. Da ein verkürzter Master auf einem längeren Erststudium aufbaut, erfordert er mehr als die bei den meisten Bachelorabschlüssen üblichen 180 bis 210 Creditpoints. Die fehlenden Punkte sind durch ein sogenanntes Presemester nachholbar, das inzwischen von einer wachsenden Anzahl an Hochschulen angeboten wird.

Master an der Universität oder Fachhochschule?

Grundsätzlich sind beide Abschlüsse gleichwertig. Die Universität legt jedoch ihren Fokus auf die Theorie und das wissenschaftliche Arbeiten, statt auf die konkrete Anwendung des Gelernten. Fachhochschulen hingegen legen mehr Gewicht auf die anwendungsorientierte Forschung. Beide Bildungsinstitutionen nähern sich einander zunehmend an. Wer danach promovieren möchte, schreibt sich besser an einer Universität ein. Denn eine Promotion ist nur dort möglich und der Wechsel von einer Fachhochschule bedeutet zusätzliche bürokratische Hürden.

Mit dem Bachelorabschluss einer Fachhochschule ist es legitim, den Master an einer Universität zu absolvieren. Diese stellen in einem solchen Fall oft zusätzliche Auflagen. Der umgekehrte Wechsel ist in der Regel problemlos möglich.

Wie viel kostet ein Masterstudium?

Die Studiengebühren wurden für das Erststudium in ganz Deutschland inzwischen abgeschafft. Trotzdem fallen Semesterbeiträge oder Sozialbeiträge an. Diese variieren je nach Bundesland und Hochschule, in der Regel handelt es sich um sechzig bis einige Hundert Euro pro Semester. Private Bildungsinstitutionen sind mit monatlichen Kosten von bis zu tausend Euro um einiges teurer als staatliche.

Eine Ausnahme stellen weiterbildende und nichtkonsekutive Masterprogrammen dar, für die staatliche Hochschulen Studiengebühren erheben dürfen. Die Auslagen variieren hier stark, von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro pro Semester. Als besonders teuer gilt der beliebte MBA, Master of Business Administration. Im Durchschnitt bezahlen Studierende zwischen 15.000 und 25.0000 Euro für das gesamte Masterstudium. Zudem integrieren viele Hochschulen Auslandsaufenthalte in das MBA-Programm, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Finanzierungsmöglichkeiten

Wie im Bachelor gibt es für Studierende im Masterprogramm finanzielle Fördermöglichkeiten. Die Altersgrenze für den BAföG-Anspruch wurde auf 35 Jahre bei Studienbeginn angehoben. Allerdings ist es notwendig, einen neuen Antrag zu stellen, weil der Master einen neuen Studienabschnitt darstellt.

Da das Masterstudium im Gegensatz zum Bachelor als Weiterbildung gilt, ist die Rückmeldegebühr beziehungsweise der Semesterbeitrag in voller Höhe von den Steuern absetzbar. Dazu werden die Studienausgaben in der Anlage N unter Werbungskosten eingetragen. Das geht sogar, wenn die Eltern die Gebühren zahlen, solange die Rechnung auf die studierende Person ausgestellt ist.

Mit folgenden Mitteln lässt sich das Studium ebenfalls finanzieren:

Was kommt danach?

Ist der Master erfolgreich abgeschlossen, ist es jedem selbst überlassen, in die Berufswelt einzusteigen oder zu promovieren. Letzteres erfordert großes Interesse am Thema sowie an der Forschung, da die Promotion äußerst anspruchsvoll ist und Promotionsstellen nicht immer bezahlt werden. Für gewöhnlich bereitet sie Studenten auf eine wissenschaftliche Karriere oder die Professur vor. In der naturwissenschaftlichen Branche, beispielsweise der Pharmazie, ist der Doktortitel Voraussetzung für den Berufseinstieg.

Für viele Studierenden endet das Studium mit dem Mastertitel. Wem die praktische Erfahrung fehlt, der absolviert zunächst ein Praktikum oder Volontariat, andere sind bereits bestens für die berufliche Tätigkeit qualifiziert. Mittel- oder langfristig übernehmen sie Führungspositionen oder machen sich selbstständig.

Fazit zum Master

Das Masterstudium richtet sich an Personen mit Karriereambitionen oder Interesse daran, ihr Fachwissen zu vertiefen. Dabei stehen konsekutive Masterstudiengänge zur Auswahl, die auf dem Erststudium aufbauen, sowie nichtkonsekutive Programme. Mit Letzteren lässt sich die bisherige Ausbildung mit neuem Wissen aus anderen Fachgebieten kombinieren. Für einige Berufe ist der höhere Abschluss zudem unabdingbar. Dazu gehören medizinische Tätigkeiten, Lehramt oder Jura. Wer seine Zukunft in der Forschung, als Professor/in an einer Hochschule oder im naturwissenschaftlichen Bereich sieht, benötigt darüber hinaus den Doktortitel. Wichtig ist bei der Entscheidung zum Weiterstudieren vor allem eines, das Studiengebiet sollte wirkliches Interesse wecken. Denn ein Masterstudium ist deutlich anspruchsvoller als der Bachelor. Es zahlt sich aus, denn in den meisten Fällen verspricht der Masterabschluss einen höheren Einstiegslohn sowie hervorragenden Karrieremöglichkeiten.

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